Wie die Zeit vergeht

Etwa 2 Monate bin ich nun schon wieder zurück in Deutschland, bevor ich endlich mal die Zeit gefunden habe, meine Zeitrafferaufnahmen aus Neuseeland zu bearbeiten und in drei Einzelteilen zu veröffentlichen.

Insgesamt mehr als acht Tage (ca.200 Stunden) saß ich in der Landschaft Neuseelands herum und habe darauf gewartet, dass meine Kamera ihre Aufnahmen fertig stellt. Etwa derselbe Aufwand ging nochmal in die Nachbearbeitung am Tablet in diversen Herbergen.

Advertisements

Rundfahrt Südinsel

Ein Vorschlag für alle, die das Maximum aus 3 Wochen auf der Südinsel heraus holen wollen.

1 Gleich hinter Picton beginnt der Queen Charlotte Drive, eine scenic route vorbei an vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffen und stillen Buchten mit hervorragenden Aussichten auf die Marlborough sounds.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

2 Die Gewässer hier sind voll von Stachelrochen, die gleich verspielten Hunden sofort angeglitten kommen, wenn jemand im flachen Wasser am Strand steht. Sie sind äußerst neugierig und lassen sich in der Regel sogar streicheln. Mein Tipp dafür ist die Ngakuta Bay.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

3 Havelock ist die Hauptstadt der green lipped mussels. Das winzige Örtchen hat drei Muschelrestaurants und beherbergt im Hafen mehr Boote als es Häuser gibt. Von der Town Hall aus führt der „waterfall track“ hinauf in die Berge, wo sich hunderte Glühwürmchen tummeln.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

4 Die Pelorus Bridge mit dem darunter fließenden Fluss passiert man sowieso auf dem Weg nach Nelson. Zeit für einen Stop und die Begutachtung des smaragdgrünen Wassers.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

5 In Nelson befindet sich das geografische Zentrum Neuseelands auf einem Hügel über den Dächern der Stadt. Ende des ersten Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

6 Kaiteriteri hat einen goldenen Strand und zieht jährlich tausende Urlauber an. Ich empfehle ein Kayak zu mieten und die 3 Stunden bis zum Split Apple Rock und zurück in Angriff zu nehmen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

7 Der Takaka Hill lookout bietet bei gutem Wetter einen hervorragenden Ausblick über die Bucht bis hinüber nach Nelson.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

8 Sollte das Wetter keine Sicht bieten auf die Nelson-Bucht oder die golden bay, gibt es die Möglichkeit sich bei Regen in die Ngarua Cave zu flüchten, wo man unter anderem alte Moa-Knochen in die Hand gedrückt bekommt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

9 Takaka ist die letzte große Siedlung auf dem Weg zum Farewell Spit und eine der letzten Möglichkeiten etwas einzukaufen oder essen zu gehen. Das Dorf hat eine Aura der 68er-Bewegung und diverse Geschäfte haben sich dem Hippie-Stil verschrieben.

10 [Optional] kann man den Abstecher zum Hafen von Pohara mitnehmen, wo nicht selten einige alte Segelschiffe vor Anker liegen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

11 [Optional] Ein weiteren Abstecher sind die Te Waikoropupu Springs wert. Hier fließen im Schnitt 11 1/2 Kubikmeter reinstes Wasser pro Sekunde aus dem Boden und bildet einen regelrechten See, der bei Tag wie bei Nacht lohnenswert zu sehen ist.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

12 Ende des zweiten Tages, Anfang des dritten
Unweit von Takaka liegt die Hack-Farm, geleitet von der Deutschen Bärbel Hack wo auch mein Vater und ich das erste Mal auf den Pferderücken gekommen sind. Die normale Tour führt von der Farm etwa 2 Kilometer hinunter zum Strand und wieder zurück. Übernachtungen sind auf dem angeschlossenen Campingplatz sowie auf der Farm möglich. Hier die Adresse:

22 GRANT Rd PURAMAHOI, Puramahoi 7182, Puramahoi, Takaka 7182, Neuseeland
www.hackfarm.co.nz

Diese Diashow benötigt JavaScript.

13 „Farewell Spit“ wird die riesige Sanddüne genannt, die wie ein Kiwischnabel die Tasmansee von der golden bay trennt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

14 Cape farewell ist die nördlichste Stelle der Südinsel und bietet dramatische Klippen über der Tasmansee

Diese Diashow benötigt JavaScript.

15 [Optional] Am Wharariki beach gibt es nur einen Campingplatz und eine Gaststätte, die über eine Kilometerlange Schotterstraße zu erreichen ist. Der weiße Strand ist endlos und war schon Fotomotiv für die Windows 10-Desktop Hintergründe. Ende des dritten Tages hier oder irgendwo auf dem Weg zurück nach Takaka

Diese Diashow benötigt JavaScript.

16 Der Nelson Lakes Nationalpark wird von vielen gar nicht beachtet, dabei bietet er unheimlich viel für Naturliebhaber. Am Fuße des Lake Rotoiti liegt St. Arnaud, Ausgangspunkt für viele Wanderungen rund um den See.

Hier die Route, die ich als Halbtageswanderung vorschlagen würde. Sie dauert etwa 3 Stunden mit Pause und führt von der Mt. Robert Road entlang des Paddy’s Track bis zur Bushline Hut und auf der anderen Seite des Bergrückens wieder hinunter:
http://www.sports-tracker.com/workout/stfnkloss/588eee74c3d639294b3e0e7d
Ende des vierten Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

17 An der Buller river swing bridge stößt man das erste Mal richtig böse auf Sandflys, deswegen ist hier ein Repealant anzuraten, bevor man die längste Fußgängerbrücke Neuseelands entert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

18 Keiner weiß so richtig, wie die Pancake Rocks eigentlich entstanden sind, aber sie sind definitiv einzigartig in einer ebenso speziellen Landschaft. Ende des fünften Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

19 In dem kleinen, verschlafenen Barrytown kurz vor Greymouth betreiben Steven und Robyn ihre eigene Schmiede, wo versierte Handwerker unter Anleitung ihr eigenes Messer schmieden können.
http://barrytownknifemaking.com

Diese Diashow benötigt JavaScript.

20 Monteiths ist neben Speight’s in Dunedin eine der großen Brauereien auf der Südinsel und einen Besuch wert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

21 Durch Hokitika bin ich zugegebenermaßen nur durchgefahren, weil zwischen Messerschmieden und Heli-hiking keine Zeit war. Aber wer sich dafür Zeit nehmen will, kann hier sein eigenes Schmuckstück aus Jade schnitzen. Vielleicht alternativ zum Messerschmieden. Ende des sechsten Tages

22 Zwei Riesen verstecken sich in den Berghängen der Westcoast. Sie heißen Fox und Franz-Joseph Glacier und verkriechen sich leider immer weiter in den Tälern während der letzten Jahre. Deshalb ist es nicht mehr möglich, ohne Helikopter hoch auf das Eis zu kommen. Aber man sieht sie auch noch von unten.
Ich persönlich war auf dem Fox Glacier: http://www.foxguides.co.nz
Ende des siebten Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

23 Ein Tag im Auto, über den Haast Pass geht es von der Westküste weg durch die dichten Wälder von Mountain Beech bis ins Hochland und an die großen Seen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

24 Zwischen dem Lake Wanaka und dem Lake Hawea überquert man einen Pass, der the Neck genannt wird. Ein guter Platz für eine Fotopause!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

25 Wanaka ist die kleine Variante von Queenstown. Tonnenweise Funsportaktivitäten, Action und herausragende Wanderungen wollen hier erkundet werden. Der Wanaka tree direkt am Ufer des gleichnamigen See’s ist das wohl bedeutenste Alleinstellungsmerkmal der Stadt.
Ende des achten Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

26 [optional] Wenn noch Zeit zu füllen übrig bleibt, bietet die Puzzling world am Ortseingang etwas Zerstreuung. Dort werden optische Täuschungen und andere Manipulationen des Gehirns gezeigt und ihre Wirkung, beispielsweise in der Werbung, erklärt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

27 Wer nach der Fahrt von Wanaka nach Queenstown noch nicht ganz wach ist, wird spätestens vom Röhren des Jetbootmotors aufgeschreckt, der seine Insassen den Shotover river hinunter schießt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

28 Wenn der Magen wieder an seinem angestammten Platz sitzt, wird er gegen Mittag nach einer Füllung verlangen. Zwei Adressen bieten sich in Queenstown dann an: Fergburger oder man lässt sich mit dem Teufel ein (Devil Burger). Zum Parken kann ich übrigens die Queenstown Trail empfehlen. Auf die Weise sieht man noch etwas vom Queenstown Park.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

29 [optional] Queenstown und den Lake Wakatipu von oben zu sehen ohne dafür zwei Stunden den Berg hochkraxeln zu müssen ist Dank der Skyline Gondola bequem möglich. Habe ich zwar nicht gemacht, aber der Ausblick ist ungefähr derselbe:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

30 [optional] Ich kann nicht empfehlen in Queenstown zu bleiben für die Nacht, der Ort ist ständig ausgebucht und absolut überfüllt. 60 Kilometer entfernt befindet sich die schönste Sackgasse der Welt, Glenorchy. Von dort sind es gerade mal 50 Kilometer bis zum Milford Sound, aber die Anwohner wehren sich vehement gegen den Bau eines Tunnels durch die Routeburn range. Zurecht, wie ich finde!
Potentielles Ende des neunten Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

31 The remarkables sind eine Bergkette nahe Queenstown und beherbergen ein Skigebiet, das über eine Zufahrtsstraße zu erreichen ist. Bevor man diese schöne Gegend verlässt bietet es sich an, von hier oben nochmal ein Panorama einzufangen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

32 Te Anau ist die letzte Siedlung vor der rund 120 km langen Straße nach Milford Sound. Entweder man legt hier einen Zwischenstopp für die Nacht ein und macht einen Spaziergang entlang des größten Sees der Südinsel oder man bucht voraus in der einzigen Herberge Milford Sounds und ist früh am nächsten Tag der erste auf dem Ausflugsschiff durch den Fjord.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

33 Die Straße nach Milford Sound ist ein wahres Spektakel für sich. Besonders wenn man auf die frechen Keas am Homer Tunnel trifft. Die Vögel sind meiner Erfahrung nach zwischen 8 und 10 am morgen und 18 und 21 am Abend am aktivsten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


34 Wohl kaum etwas ist von Neuseeland so bekannt wie der Fjord Milford Sound mit der steilen Felsklippe des Mitre Peak, die über 1000m ins Wasser hinab fällt. Definitives Ende des zehnten Tages.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

35 [optional] Wer nur drei Wochen Zeit hat, kann nicht alles mitnehmen. Besonders nicht Stewart Island oder die Catlins. Deshalb führt die Reiseroute von Milford Sound direkt nach Dunedin, mit einem optionalen Umweg über den Nugget Point.

Ende des elften Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

36 [optional] Die Speights Brewery in Dunedin hat einen festen Platz in der Stadt und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die Guides sind kompetent und nehmen gern die verschiedenen vertretenen Nationen in ihrer Gruppe auf’s Korn. Dafür gibt es dann aber bei der Verkostung nach der einstündigen Führung auch ein Bier extra!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

37 [optional] Wer nicht so auf Bier, aber umso mehr auf Schokolade steht, sollte dem größten Schokoladenhersteller Neuseelands einen Besuch abstatten, solange es noch geht. Neuesten Gerüchten zufolge wird diese Fabrik nicht mehr lange existieren.
Im Gegensatz zu Charlies Schokoladenfabrik fehlen hier nur die grünen Wiesen im inneren und die Horde Umpa-Lumpas.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

38 Dunedin ist das Zuhause der steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street. Es empfiehlt sich, das Auto unten stehen zu lassen! Ende des zwölften Tages

Diese Diashow benötigt JavaScript.

39 Die Sandfly bay heißt nicht etwa so aufgrund der gemeinen blutsaugenden Fliegen, sondern weil aufgrund hoher Windgeschwindigkeiten hier oft der Sand fliegt. In den weitläufigen Dünen finden Seelöwen, Robben und Gelbaugenpinguine ein Zuhause, weswegen das Betreten des Strandes gegen früh und abend untersagt ist.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

40 Taiaroa Head ist weltweit der einzige Ort einer permanenten Kolonie von Königsalbatrossen. Die größten Flugfähigen Vögel der Welt brüten, lernen das Fliegen und starten auf ihre Reisen über den Ozean von hier.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

41 Auf dem Weg nach Oamaru passiert man einen weiteren Ort, der Neuseeland weltbekannt gemacht hat. Bei Moeraki liegen hunderte runder Gesteinskugeln (boulders) im Sand und werden von Touristen aus aller Welt als Selfie-Plattformen missbraucht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

42 Oamaru ist berühmt für seine Pinguine. Die kleinen Zwergpinguine sind eine riesige Attraktion in der Stadt und wird dementsprechend kommerziell ausgeschlachtet. Besser ist es, zum bushy beach zu fahren und von 6-7 auf die heimkommenden Gelbaugenpinguine zu warten. Ende Tag dreizehn

Diese Diashow benötigt JavaScript.

43 [optional] Das Steampunk-Headquater hat seinen Sitz in Oamaru und zeigt Zeugnisse dieser in den 1980-er Jahren entstanden Subkultur, die wie eine Mischung aus viktorianischen Kunst- und Kleiderstilen und den Mechaniken der ersten industriellen Revolution wirkt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

44 Das Zentralplateau ist eine sehr karge Gegend mit wenig Grün und einer großen Temperaturspanne. Richtig erfolgreich überleben hier eigentlich nur die Merinoschafe, eine besonders widerstandsfähige Rasse, die ihre Heimat im Atlas-Gebirge in Marokko hat. In Twizel kann man der Schur beiwohnen und erfahren, wie der kostbare Rohstoff für die feinsten Anzüge und Kleider gewonnen wird.

https://www.thewrinklyrams.co.nz/index.htm

Diese Diashow benötigt JavaScript.

45 Tag vierzehn endet in Mount Cook Village. Die spektakuläre Umgebung von mehreren 3000ern spricht für sich und lässt einen sprachlos zurück.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

46 Am Fuße des Mt. John befindet sich ein Thermalbad mit Blick auf den Lake Tekapo, die jeder besuchen sollte, der ein wenig Urlaub vom Sightseeing machen will. Hier beginnt der Mt. John Track, der hinauf zu dem Observatorium führt, das bei Tag ein Cafe ist.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

47 [optional] Lake Tekapo ist der perfekte Ort für Sternbeobachtung durch die hohe, abgeschirmte und exponierte Lage. Offiziell ist es nicht erlaubt bei Nacht zur Sternwarte hinauf zu laufen oder zu fahren, aber bleibt man auf dem Südgipfel und hält sich vom Astro Cafe fern, kann man sich die knapp 120 NZD für eine geführte Tour sparen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

48 Die Church of the good sheppard am Ufer des Sees wird täglich von hunderten Asiaten abgelichtet und ist tatsächlich ein gutes Motiv. Ein paar Meter weiter ist nicht nur dem guten Hirten ein Denkmal gesetzt, sondern auch dessen vierbeinigem Helfer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ende Tag fünfzehn…

Den nächsten Tag verbringt man komplett im Auto auf dem Weg nach Kaikoura. Natürlich liegt Christchurch noch dazwischen, aber ich kann nicht wirklich empfehlen dort hinein zu fahren. Die Zeit, die ich dort verbracht habe hat mir wirklich nicht gefallen, denn die Stadt ist eine riesige Baustelle, viel zu laut und zu hektisch und die Leute sind irgendwie komisch drauf. Wer trotzdem nicht widerstehen kann, dem empfehle ich das Willowbank wildlife reserve. Besonders denjenigen, die bis dahin keine Keas live erlebt haben, kann ich von einem Besuch kaum abraten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ende Tag 16 in Kaikoura

49 Ich bin beim Whalewatching nicht weit gekommen. Durch das Erdbeben im November 2016 hat sich das gesamte Küstengebiet um Kaikoura gehoben, sodass nur noch ein Viertel der Ausflugsboote den Hafen anlaufen konnten. Lange Wartelisten und unglaubliche Preissteigerungen waren die Folge. Mittlerweile sollte aber alles auf Normalbetrieb laufen. Dennoch ist es zu empfehlen, eine Tour zu den Walen vorzubuchen.

50 Völlig kostenlos und zu jeder Tageszeit kann man in Kaikoura die Robbenkolonie auf der Kaikoura Peninsula besuchen. Die kleinen Racker liegen wie kleine Fellschlafsäcke auf den Steinen in Küstennähe herum. Mit etwas Glück werden sie von einer Horde Flaschennasendelfine in der Bucht besucht.
Ende Tag 17.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

51 [optional] Wem das Jetboat-Fahren in Queenstown zu gefährlich ist, der findet in Hanmer Springs eine gute Alternative. Der Fluss ist etwas breiter, verfügt aber doch gleichzeitig über die Steilwände eines Canyons.
http://welcomeaboard.co.nz/hanmer-springs-attractions/jet-boating/

52 Hanmer Springs hat seinen Namen nicht von ungefähr, denn hier gibt es tatsächlich Thermalquellen, denen die kleine Stadt am Rande des riesigen Wald- und Brachlandgebietes ihre Beliebtheit bei den Touristen verdankt. Für Ausgelaugte Reisende genau das Richtige zum Entspannen!
https://hanmersprings.co.nz
Tag 18 Ende

53 Am 14.11.2016 hat rund um Kaikoura die Erde gebebt und große Teile des Highway 1 wurden durch Erdrutsche zwischen Kaikoura und Blenheim verschüttet oder unpassierbar. Wer über ein Geländegängiges Fahrzeug verfügt, kann sich allerdings den Umweg über den Lewis Pass und nach Reefton sparen, sondern nimmt einfach die Schotterpiste durchs Awatere Valley und nimmt noch einen Eindruck von der St. James Range mit.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Infos zu Routenupdates gibt es hier: http://www.journeys.nzta.govt.nz/traffic
Die Fahrt wird den kompletten Tag 19 in Anspruch nehmen.

54 Das Zentrum des Weinanbaus auf der Südinsel ist Blenheim. Die Stadt ist verwöhnt von mildem Klima, viel Sonne und Schwemmland, auf dem bevorzugt Weißweine aus Sauvignon-, Chardonnay- und Riesling-Trauben angebaut werden. Weintouren gibt es in der Touristeninformation genug zur Auswahl und wenn man dort nachfragt, bekommt man schnell und passend eine Empfehlung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ende Tag 20. Bleibt nur noch die Rückreise mit hoffentlich nicht allzu schwerem Kopf nach Picton an Tag 21 und das Abenteuer Südinsel hat in drei Wochen hinein gepasst.

Der Backpacker-Eine sarkastische Typisierung 

Ich höre mir sehr oft auf meinen Wanderungen die Typisierungen Dietmar Wischmeyers über die verschiedenen Völker Europas an. Es existieren von ihm Texte über die Engländer, die Franzosen, die Griechen und die Holländer. Eines Nachts wurde mir der Schlaf durch ein französisches Pärchen verwehrt, das nachts bis um 2 unbedingt seine Reiseroute im Zimmer statt in der großräumigen Lounge besprechen musste und ich beschloss mich dafür zu rächen. Für das und all das andere was dieser seltsame Menschenschlag namens Backpacker schon in meinem Beisein verzapft hat.

Da fährt man einmal um die Welt um von den Bekloppten zuhause wegzukommen und dann trifft man auf ihn: Den Backpacker. In der verwegenen Absicht die große Freiheit zu erleben, zieht es tausende von Menschen aus allen Teilen der Welt nach Neuseeland. Mit riesigen Rucksäcken, in denen sich ihre ganze Habe befindet, überfallen sie während der Frühlingszeit im November die Infrastruktur und führen in wenigen Wochen zum Erliegen des ganzen Landes. Man traut sich ja kaum zu dieser Zeit die angegebenen Maximalgeschwindigkeiten zu unterschreiten, denn die Busfahrer sind dann so in Eile dass sie einen auch gerne mal auf einer anderthalbspurigen, kurvigen Bergstraße bei Sichtweiten unter 3 Meter überholen. Während dann die ausgestiegene Backpackerschaar käsegelb am nächsten Verkehrsknotenpunkt aus dem rollenden Terrarium torkelt und sich lautstark übergibt, steigt schon die nächste Gruppe verlauster Dread-locks Träger in den zugemüllten Bus, während dessen Lenker den letzten Delinquenten aus dem laufenden Verkehr fischt um ihn aus seiner rollenden Tupperdose herauszureißen und zu versohlen. So viel Zeit muss sein! 

Wer noch freiheitlicher drauf ist und „independent“ von allen Fahrplänen des Nah-und Fernverkehrs, der kauft sich einen fahrbaren Untersatz. Gerade Deutsche bemühen sich dieser Form der Fortbewegung, da man alles dabei hat und in der Reisebilanz die beiden Posten „Unterkunft“ und „Fahrt“ zusammenlegen kann. Dabei kann es auch öfter mal passieren, das letzteres erst nach Stunden der Verzögerung angetreten werden kann. Denn ein waschechter Backpackervan muss natürlich einige Fehler haben die ihn adeln. Jedweder Ausfall oder Abfall eines Wagenteils wird vom Besitzer der verlausten Asselbude folgendermaßen kommentiert:

„Naja wäre die Stoßstange drangeblieben wäre es auch kein Abenteuer.“

„Das ist so schön, dass es hier noch echte Autos mit Charakter gibt!“

„Jede technische Herausforderung gibt uns die Möglichkeit an ihr zu wachsen.“

„Ach ja, der Vorgänger ist auch ständig mit den aktivierten Warnblinkern gefahren.“

„Das muss ich vorm TÜV mal noch mit Panzertape abkleben!“

Früh morgens gegen 6 an einem lauschigen Platz nahe eines Bachlaufs. Eine Gruppe von drei Zwanzigjährigen versucht ihre graffitiüberzogene Möhre anzuwerfen. Nach dem dreißigsten Versuch den verrosteten Kern des Fahrzeugs zum Leben zu erwecken schwahnt dem schlausten unter ihnen dass da etwas faul ist. Flux wird an den Pissbuden der anderen Wahlobdachlosen gerüttelt auf dass sich jemand finde, der Ahnung von Motoren oder wenigstens Werkzeug hat. Ist es ein großer Campingplatz ohne Bezahlung, stehen die Chancen gut und das Kleintierheim springt stotternd und unter der Rauchentwicklung eines russischen Flugzeugträgers an. Rechtzeitig um damit um 10 mit Arbeitsbeginn bei der nächsten Werkstatt einzutreffen. 

Die gelasseneren Vanlenker lassen sich da mehr Zeit. Wenn sie um 12 die selbstgehäkelten Vorhänge ihrer schreibunten Kasperbuden zur Seite ziehen, fällt das Licht in die Gesichter der schwer vom Drogenkonsum des letzten Abends Gezeichneten und sie fallen sofort wieder ins Koma. Diese Spezies ist gut daran zu erkennen, dass das Gras schon in die Radkappen heineingewachsen ist. 

Schafft dieser Typus von Backpacker es erstmal auf die Straße hat man verloren. Denn im Gegensatz zum neuseeländischen Busfahrer hat er die Ruhe weg und sollte er der langsamste am Berg sein, bekommt er es als letzter mit und hält deshalb auch nicht in einer der Haltebuchten. Gelassen zieht er seine Bahnen mit 15km/h die einspurige Passstraße hinauf, kramt mit der einen Hand die CD mit der tantrischen Entspannungsmusik heraus und schlenkert dabei so wild über beide Spuren des letzten Überholabschnitts für 10 Kilometer, dass sich die Fahrer der 20 Wagen dahinter ein Revival längst ausgerotteter Krankheiten für den Mann in Wagen eins wünschen. 

Der absolute Höhepunkt ist allerdings auf einer solchen Reise das Zusammenleben mit möglichst vielen Backpackern auf möglichst kleinem Raum, auch unter dem Begriff „Hostel“ bekannt. 

Hier kommt alles zusammen. Vom lichtscheuen Depressionstypen, den nie einer außerhalb des Bettes ohne Kopfhörer und Laptop gesehen hat über den allabendlichen Komasäufer bis zur abgefreakten Hippietruppe die trommelnd die Campingwiese okkupiert während ein spindeldürrer Langhaariger in ihrer Mitte versucht, hampelnd dem festen Griff seiner Batiktücher zu entkommen, die ihn augenscheinlich gefangen halten. 

Sogar die selbstständigen deutschen Furzkastenbesitzer trifft man hier wieder, wenn die neugierigen Bergpapageien während der dreitägigen Wanderung durchs Gebirge sämtliche Dichtungen am Auto entfernt haben und es nun direkt ins Bett regnet. 

Ein Tagesablauf im Hostel sieht folgendermaßen aus:

10:00 Stinkend, ausgehungert und völlig leer kommt man von der letzten Expedition aus dem Urwald zur Rezeption.

11:00 Man hat bei einem anderen Hostel einen Platz gefunden, nachdem man eine halbe Stunde hinter zwei anderen Backpackern gestanden hat die dies oder jenes über Stadt, Museen, Kultur, Bars, Inseln, Häfen, Busse, Wetter und Essen und noch dies und jenes nebenbei wissen wollten. 

In zwei anderen Hostels war leider kein Platz mehr, deswegen hat man hier vorsorglich eine Woche bezahlt, wo man schonmal an der Reihe war. 

12:00 Man probiert die Internetverbindung aus via Skypetelefonat mit den ausgesprochenen Langschläfern des Bekanntenkreises. Wie ein Vollidiot latscht man währenddessen mit dem Telefon in der Hand durch das Haus, auf der Suche nach dem Platz mit vollem Empfang und schreit ständig „Was?“ „Wiebitte?“ und „Hallo? “ in das Gerät.

12:30 Das Gespräch ist halbwegs verständlich, da kommen zwei Schnallen um die Ecke und unterhalten sich ungestört in einer Lautstärke neben einem, dass man den Eindruck hat sie könnten auch ohne moderne Kommunikationsmittel problemlos Kontakt zum Heimatland halten. 

14:00 Ist es gerade Dezember, landen die gerade frisch gebackenen Weihnachtskekse im Pool. Einer der Spanier ist auf dem Weg zu seinen Kumpels mit dem Gastgeschenk der deutschen Mädels auf einer leergesoffenen Bierflasche ausgerutscht.

15:00 Endlich hat man alle Nachrichten und Mails der letzten Woche beantwortet und die Zeit sich mal unter die Dusche zu stellen. Der Menge an Haaren auf den drei Quadratmeter Badboden zufolge läuft irgendwo auf dem Hostelgelände ein komplett nackt rasierter Lippenbär herum. 

16:00 Die letzten Zimmergenossen für die Nacht treffen ein und im Abstand einer Viertelstunde beantwortet man immer dieselben Fragen. 

17:00 Für den letzten Backpacker im Zimmer hat man die Antworten aufs Telefon gesprochen und lässt sie in Dauerschleife ablaufen, denn wenn man jetzt nicht anfängt Essen zu machen wird das heute nix mehr. 

18:00 Man hat alle Utensilien die benötigt werden zusammengesucht, von eingebackenen Krusten gereinigt und abgespült. Jetzt kann man endlich die Nudeln kochen. 

19:30 Nach einem anderthalbstündigen Kampf um die Herdplatte, Spüle und Tisch kann man sich sein kaltes Gericht endlich einverleiben während man beobachtet, wie die argentinische Schrulle endlich ihre verkokelte Angussteakrolle aus dem Ofen nimmt, den man so dringend für ein ordentliches Mahl benötigt hätte.

20:00 Man kommt kaum durch das Zimmer. Überall auf dem Boden liegen Gepäckstücke, Plastebeutel mit Einkäufen und triefnasse Zelte. Zusätzlich ist ein Hindernisparcour aus Wäscheleinen und Verlängerungskabeln durch das Zimmer gespannt und auf den Hinweis dass es gleich die Steckdose aus der Wand zieht bekommt man vom Türken im oberen Bett nur die Antwort: „Das geht schon so.“

21:00 Die Einrichtungen des Hostels wollen genutzt werden! Kaum sitzt man in der Sauna und hat ein Gespräch mit einer netten Schwedin ans Laufen gebracht kommt ein voll bekleideter Typ hinein, setzt sich auf eine der Bänke nachdem er eine halbe Flasche Bier über dem Ofen ausgekippt hat und verschwindet nach zwei Minuten wieder mit der Begründung „Boah ist das heute heiß.“ Die Schwedin ist schon vor einer Minute abgehauen. 

22:00 Mit einigen Gleichgesinnten möchte man einen Film schauen und zieht sich dazu in den TV-Raum zurück. Kurz nach dessen Beginn kommt der backpackende Nachtportier hinein und jagt die Gruppe hinaus mit Verweis auf die Nachtruhe. In der Küche kann man sich unterdessen nicht mehr ohne Megafon unterhalten und während die Nachteule zu seinen Saufkumpels zurückkehrt, formt sich nur ein Wort im Kopf: „Kameradenschwein“

23 Uhr Da die Versuche „Scrabble spielen“, „Tischtennis“ und „Baden im Pool“ ebenfalls vom Kameradenschwein unterbunden worden sind und Saufen auch keine Dauerlösung ist geht man ins Bett und dämmert weg. 

00:00 Die englische Vegetarierin, die auf unbedingten Verschluss der Fenster zur Nachtzeit bestand, lässt einen fahren. Während der Gestank sich im Zimmer ausbreitet fragt man sich, wie etwas was nie gelebt hat so dermaßen nach Tod stinken kann. 

01:30 Das französische Pärchen kommt lärmend und kichernd wer weiß wo her zurück. Über eine Stunde beratschlagen Sie gut vornehmlich wie sie worüber mit welcher Airline zurückfliegen, wer sie vom Flughafen abholt und wo sie danach hinfahren. Ich notiere mir die Eckdaten für einen möglichen Anschlag, sollte ich zufällig demnächst an ein paar Kilo Sprengstoff kommen. 

04:00 Warum auch nicht? Bei sechs Leuten in einem Zimmer ist es sehr unwahrscheinlich dass kein Schnarcher dabei ist. Der Schwede über mir jedenfalls fängt plötzlich an in seinem Schlummer halb Skandinavien abzuholzen. Einige gezielte Tritte gegen den Lattenrost vermögen jedenfalls nicht ihn aufzuwecken. Mit der Einsicht das diese Folter bis zum Morgengrauen kein Ende nimmt, zieht man nach einem alternativen Schlafplatz Ausschau haltend los. Nicht mal wenn man dem Hühnen mit der Gewalt einer rollenden Güterlok in den Rücken tritt, könnte man ihn wecken. 

07:00 Die aufgehende Sonne weckt einen auf dem Beifahrersitz des eigenen Autos und man stellt die Überlegung an ob man bereit ist die Umstände so für eine Woche hinzunehmen oder ob man zumindest die Hälfte des bereits gezahlten Geldes abschreibt und sich wieder zurück in die Wildnis verpisst.

Backpacker sind so vieles, Künstler, Tänzer, Redner, Verführer, Raucher, Sportler, Veganer, Camper, Lehrer, Musiker, Gamer, mindestens aber aufgeschlossene Menschen die nicht müde werden immer wieder zweierlei zu fordern: Toleranz und Respekt vor der Individualität des Einzelnen. 

Wie schön wäre das Backpackerleben, wenn es dazu mal kommen würde und sich nicht jeder so gebärden würde wie ihm gerade der Sinn steht nachts um zwei!

Abgeschnitten von der Welt?

Nach knapp 3 Monaten auf der Südhalbkugel wollte ich doch mal wissen, wie es zuhause aussieht und was mich erwartet, wenn ich zurück nach Deutschland komme. In der Blenheim Library habe ich eine gute Internetverbindung und konnte mangels Reiseplan exzessiv das Internet in der Bücherei nutzen und mich mal informieren. Und dabei habe ich diesmal nicht „Die Welt“ oder die „LVZ“ als Onlinezeitung gelesen, sondern mich mal genauer den alternativen News auf Youtube gewidmet, die ja laut EU-Parlament tendenziös und sogar propagandistisch berichten.

Wie konnte es zu so einer Resolution kommen? Warum wird die Meinungsfreiheit in der EU beschnitten und warum hat man solche Angst vor Russland? Ich versuche etwas Licht in die Sache zu bringen…

Politik war mir bis zum Ende meines Studiums völlig egal. Anfang 2014 aber fing in der Ukraine plötzlich der Maidan an zu brennen und ich konnte nicht fassen, dass so etwas in Europa möglich ist. Kurz darauf übernahm Russland die Krim-Halbinsel und im ganzen Land brachen Kämpfe aus zwischen Gruppen, die man als normalinformierter Durchschnittsbürger gar nicht alle auseinanderhalten kann. Man war sich jedoch überall sicher, dass der Russe etwas damit zu tun hat, dieser Putin in seinem Kreml. Der die prorussischen Separatisten unterstützt und der unbedingt in Schach gehalten werden muss, notfalls mit einem Einsatz des Sicherheitsbündnisses NATO.
Dann kam die Flüchtlingskrise. Tausende von Flüchtlingen kamen nach Deutschland aufgrund eines tobenden Bürgerkrieges in Syrien und so langsam dämmerte mir, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

An dieser Stelle muss ich meinem guten Freund James (der nicht James heißt, aber er weiß dass er gemeint ist) nochmal danken mich auf die Vorträge von Dr. Daniele Ganser aufmerksam gemacht zu haben. Der schweizer Historiker und Friedensforscher klärt mit einer Eloquenz und Nachvollziehbarkeit die Zusammenhänge und Sachverhalte auf, dass mich sein anderthalbstündiger Vortrag regelrecht sprachlos zurückgelassen hat. Ich habe das damalige Video nicht mehr gefunden, aber es existieren einige Alternativen:

Das veränderte mein Weltbild vom bösen Feind im Osten, der ständig droht uns zu überfallen. Ich war mir nie dessen bewusst gewesen, dass die NATO nach Auflösung des Warschauer Paktes eine derartige Gebietserweiterung Richtung Osten unternommen hat, entgegen der Absprachen mit Gorbatschow. Und nachdem mir hier ein Buch in die Hände gefallen ist von Monica Attard („Russia-which way paradise?“) kann ich gleich noch zweimal verstehen warum die Russen ihren Putin über Dekaden an der Spitze haben wollen. Denn ob Yeltsin oder Gorbatschow, die Russen hatten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus furchtbare Staatsmänner und Putin war der erste, der wirklich Ordnung in den Saustall gebracht und den westlichen multinationalen Konzernen die Zähne gezeigt hat, welche bis dahin nur die russischen Bodenschätze erbeuteten.

Nach diesem Video wird einem klar: Der Putin hat für sein Land tatsächlich etwas bewegt und für seine Bevölkerung eingestanden, deshalb steht sie hinter ihm. Und genau dasselbe passiert nun in Amerika. Trump ist Präsident geworden, trotz unsäglichen Auftritten und unter größter Abneigung der Presse. Die Amerikaner sind wirklich nicht die hellsten, aber die Enttäuschung über die letzte Administration konnten sie gar nicht vergessen, denn Obama hat sich nicht als die Friedenspfeife herausgestellt, für den ihn alle gehalten haben.


Übrigens ist diese Quelle eine die auf dem Index des EU-Parlaments steht. Man beachte die kritische und faktenuntermauerte Berichterstattung im Gegensatz zur etablierten Berichterstattung wie zum Beispiel unserer GEZ-finanzierten unabhängigen Sender:

Es ist also nicht unbedingt verwunderlich, dass Trump gegen Clinton gewonnen hat. Ich habe ehrlich gesagt gedacht, dass die Amerikaner nicht wirklich eine Wahl hatten, denn Clinton war für mich nur eine Marionette und Trump hat sich ständig in aller Öffentlichkeit unflätig verhalten. Klar, ich habe mich auch nicht unabhängig informiert sondern nur „die Welt“ gelesen und die hat genauso Position bezogen wie die amerikanischen Zeitungen und Fernsehsender.
Nach der Wahl ist mir aber erst klar geworden, welcher fatalen Zukunft die Welt entgangen ist, wäre diese Frau an die Macht gekommen.

Trump mag kein Staatsmann sein, aber er hat auf seiner Weise mit seiner Sprache die Amerikaner für sich gewinnen können, indem er sinngemäß gesagt hat: Truppen zurück nach Hause, wir müssen vor unserer eigenen Türe kehren!
Und damit trifft er den Ton der Unterschicht und auch der immer weiter verarmenden Mittelschicht, die immer den Kürzeren ziehen gegen Banken und Großkonzerne. Und das ist der eigentliche Kern: Die Leute fühlen sich hilflos in einem Netz von Banken und Finanzinstitutionen, die gerettet werden müssen und in die Staatsgelder gepumpt werden, die vorher nie für Steuererleichterungen, Renten, Ausbildung und Wohlfahrtseinrichtungen da war. Ganz zu schweigen vom Rüstungsetat der vereinigten Staaten, der unter Obama astronomische Höhen erreicht hat. Und diese Situation lässt sich eins zu eins auch auf Deutschland übertragen, wie Sarah Wagenknecht ganz richtig im Bundestag festgestellt hat:

Mal davon abgesehen dass ich die Reaktion unserer gewählten Vertreter im Bundestag unerhört finde, hat Frau Wagenknecht es absolut richtig analysiert, dass die extremen Parteien in allen EU-Staaten immer mehr Zulauf finden, weil sich die Bürger der Länder nicht mehr vertreten fühlen. Weder von den etablierten Parteien, noch von der EU selbst, von der eigentlich keiner so richtig weiß was die da in Brüssel eigentlich treibt. Und die EU selbst hält das Volk für zu begrenzt, um den Inhalt einiger Abkommen überhaupt öffentlich zu machen:

Auch wenn einige in den Kabinetten und Parlamenten das nicht wahr haben wollen, aber die Spaltung der EU ist hauptsächlich selbst verschuldet. Mit dem Brexit hat es angefangen, sollte LePen in Frankreich eine kritische Masse an Wählern erhalten und austreten, war es das ganz. Und von Portugal, Spanien und vor allem Griechenland will ich gar nicht anfangen. Dass die Griechen allen Grund haben uns Deutsche zu hassen, hat Varoufakis schon vor einem Jahr ganz gut in einem Interview über die Finanzlage in Griechenland zusammengefasst:

Die Griechen werden den Teufel tun und in der EU bleiben, wenn es hart auf hart kommt, denn der Euro hat dieses Land schon ganz sicher zerstört.
Und genau das hat auch die AFD verstanden, denn deren erstes Wahlkampfthema war: Der Euro und seine Abschaffung. Und das ist ein großer Unterschied zur Einführung der Mark, wie es einige missverstanden haben.

Und da jetzt immer mehr Leute aufwachen, sich politisch angagieren, kritisch sind muss es schnell gehen. Ich habe den Verdacht, die EU möchte unbedingt in den Krieg ziehen, gegen wen auch immer und das hat der Gründer der Brexit-Bewegung, Nigel Farage, auch begriffen:

Irgendwer profitiert natürlich von einem Krieg zwischen der EU und Russland und um das durchzuziehen, muss man die Leute dumm und desinformiert halten und da sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt: Europa verbietet propagandistische Medien, sogenannte „Fake News“. Was darunter zu gelten hat ist noch nicht ganz klar, zumindest nicht im deutschen Kabinett, aber die EU-Resolution nennt ausdrücklich Sputnik und Russia today.

Wenigstens gibt es noch einige Parlamentmitglieder der EU, die nicht völlig ihren Verstand verloren haben und ich hoffe, bis ich zurückkehre werden sie wieder in der Mehrheit sein!

Ein Video, was mich bei meiner Recherche sehr erheitert hat ist übrigens dies:

Die Erfüllung eines Traumes

Jetzt ist es doch soweit. Als ich im Frühjahr 2015 einer guten Freundin gegenüber gesagt habe, dass ich nach Neuseeland fliege war es beschlossene Sache. Eigentlich hatte ich es gar nicht so ernst gemeint, aber nachdem dieser Satz von irgendeiner Ecke meines Kopfes in den Raum gelangt war wusste ich dass es passieren wird. Ich werde nach Neuseeland fliegen.

Die Gründe dafür sind vielfältig, angefangen damit dass mir in der 6. Klasse ein Heft in die Hand gefallen ist mit dem Namen „360° Neuseeland“. Die Hochglanzbroschüre mit den riesigen grün-blauen Landschaftsaufnahmen und den zahlreichen Berichten über die vielfältigen Outdoor-Aktivitäten erregten sofort meine Aufmerksamkeit. Da war ich gerade mal 12 Jahre alt und Peter Jackson war kurz davor den zweiten Teil vom Herrn der Ringe zu veröffentlichen. Tolkiens Bücher hatte ich zu dem Zeitpunkt schon gelesen, aber da ich noch keinen der Filme gesehen hatte, waren Neuseeland und Mittelerde für mich ohne Bezug zueinander.

Das änderte sich als ich das Zusatzmaterial zum zweiten Film ansah, in dem die Helms Klamm-Szene erklärt wurde, die man in einem Wellingtoner Steinbruch abgedreht hatte. 2004 kam der erste Rechner in unseren Haushalt und ich installierte Google earth darauf, damals die einzige Möglichkeit ferne Länder von oben zu betrachten, was mit Modem eine sehr langwierige Angelegenheit war. Ich streifte durch Wellington, Auckland und über die Südinsel, bis ich 2006 mein Mountainbike bekam und das ferne Land etwas in den Hintergrund rückte. Die Wochenenden wurden durch Floorball-Spiele und Renneinsätze in der Mitte Deutschlands gefüllt, was alles andere außer der Schule natürlich etwas verblassen ließ. Sogar das 2007 erfundene Iphone ging an mir vorbei! Dennoch war dieses Verlangen, in einem so weit abgelegenen und abenteuerlichen Land zu leben nie ganz aus dem Bewusstsein verschwunden.

Mit dem Abschluss des Abiturs beginnt schätzungsweise für die meisten work and travel-Visagisten ihre Zeit im Ausland, aber da ich bei weitem keine 2400+2000€ für vorzuweisenden jMindestbetrag und zwei Flüge auf der hohen Kante hatte, flog ich stattdessen nach Spanien. Einen Monat brachte ich auf dem Jakobsweg zu, bevor ich meine Stelle in einer Kunststofffirma und das Studium an der Berufsakademie begann.

Das war 2010 und schnell bildete sich der Höhepunkt meines Ich-will-hier-weg-Gefühls. Ich kannte nicht viele Leute in Leipzig, lebte unter dem Existenzminimum im ersten Jahr, mein Ideal einer grundsoliden Ausbildung wurde erschüttert und ich bemerkte dass man als selbstständiger, erwachsener Deutscher zu lauter seltsamen Dingen genötigt wurde, die man immer mit Worten begründete mit dem Präfix „Solidar-“ ausgestattet waren. Das Los des durchschnittlichen Abiturienten, nehme ich an.

Irgendwann machte mich meine persönliche Lage krank und gegen Ende des Studiums gelangte ich trotz genau betriebener Kapitalsrechnung nicht nach Neuseeland, sondern 17 Tage in den brandenburgischen Wald in eine Spezialklinik für Orthopädie. Mit den Kopfschmerzen die ich hatte, wäre der Besuch in Aotearoa sowieso herausgeschmissenes Geld gewesen. Ich könnte hier den psychischen und physischen Diagnose- und Behandlungsplan hineinkopieren, aber um es kurz zu machen hatte ich den Kopf hängen lassen und war weit davon entfernt meine Ziele im Leben überhaupt zu definieren. Das führte zu einer Überstrapazierung und Verkrampfung der Halsmuskeln, die Gefäße zum Foramen magnum, dem Hinterhauptsloch, konnten nicht richtig arbeiten und einem wird schwindlig und manchmal schwarz vor Augen. Ist zwar nicht ganz der Exodus, fühlt sich aber an wie das Leben eines Alkoholikers und das wünsche ich wirklich niemandem! Vielleicht waren auch die giftigen Dämpfe der Kunststoff-Firma daran schuld, wer kann das schon wissen?

Für einen Neuanfang bewarb ich mich deshalb in großen Firmen und im Ausland, was nicht allzu erfolgreich verlief. Dabei war überall die Rede vom großen Fachkräftemangel, aber mit 23 Jahren und nur mit Abitur und nem Diplomingenieur mit 1.5 Jahren Praxiserfahrung brauchst du denen nicht zu kommen. Da müssen noch drei Fortbildungslehrgänge und 10 Jahre Berufserfahrung mehr drin sein!

Mein Glück war meine jetzige Firma, die mich anschrieb, mir eine Stelle in Schweden anbat und mich auch prompt einstellte. Neuseeland war erstmal vergessen, denn es war viel zu weit weg und zu teuer dahin zu kommen, wenn ich doch in meinem zweitliebsten Land arbeiten konnte. Leider folgten nach kaum vier Monaten die zweitgrässlichste Arbeitsstelle, Bahnwerk Plochingen. Ein Netz aus Intrigen und Politik umspannte mich und ich fragte mich so langsam, ob die Red Katipo spider in God’s own country vielleicht das kleinere Übel wäre. Aber der Job brachte Geld und so blieb ich, machte kurze Ausflüge in die Welt des Funsports, nach Frankreich und Rumänien und stand irgendwann doch vor meinem Chef und handelte einen Sabbatical Vertrag aus. Ein halbes Jahr nachdem für mich feststand, dass ich nie herausfinden würde wie es sich anfühlt am anderen Ende der Welt zu stehen, wenn ich nicht wirklich dafür einstand meine Kindheitsträume zu verwirklichen. Aber die Entscheidung war gefällt und wenn ich nicht mit ihm einen Weg finden konnte, würde es ohne ihn gehen müssen. Ich hatte meine Familie und meine Freunde zu verlieren, an dem Rest hing ich nicht so sehr. Also begannen die Vorbereitungen für diese Reise und sie enden jetzt, mit diesem Artikel, der mir nochmal vor Augen führt wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass ich eine Reise 12 Stunden in die Zukunft antrete.

Funny story: Ich habe beim Zusammenpacken meiner Bücher eine Aufzeichnung aus der brandenburger Klinik von 2013 gefunden, die ich nach Anweisung meiner Psychologin erstellt habe. Es ist eine Liste der Dinge, die ich in meinem Leben noch unbedingt machen muss und darauf steht an erster Stelle: „NZ besuchen. Und das trotz Orientierungsschwierigkeiten und höchstpotentieller Reisekrankheit!“

Flachköppertour Korsika 2016

„Nach Korsika, Flachköpper machen?“, war die mit Abstand am meisten hervorgebrachte Assoziation, als ich mein diesjähriges Reiseziel angab. Freunde, Bekannte, Familie, Arbeitskollegen, alle kannten entweder den norddeutschen Comic oder wussten zumindest um die „Tradition der Deutschen“, wie ich den schaulustigen Franzosen dann später mein Tun rechtfertigte. Vergebens, trotz meiner Erklärung auf französisch erntete ich dennoch schiefe Blicke. Doch macht euch selbst ein Bild, auch davon was man auf der Insel noch unternehmen kann…

Flachköppertour Korsika 2016 Trailer from Stefan Kloss on Vimeo.

Mit drei Tagen Anreise von Leipzig über Regensburg und Lienz bis ins italienische Livorno und vier Tagen von Nizza bis Plochingen waren zumindest die Hinreise knackig geplant. Wie sie dann tatsächlich abgelaufen ist, folgt in den nächsten Tagen hier

Urlaub in Rumänien

Ich: „Mein Moped hat heute neue Schlappen bekommen!“
F 800 GS
Kumpel: „Sieht geil aus, aber Stollenreifen huiiiii na da“
Ich: „Ich glaube das ist ein guter Kompromiss für Rumänien :D“
Kumpel: „Alleine?“
Ich: „Bis jetzt schon, jap“
Kumpel: „Oh je! Wenda was kaputt geht…Enduro fahren sollte man nie alleine!“
Ich: „Mhh, ich weiß. Aber find mal einen, der mit nach Rumänien kommt!“

Das ist noch das positivste Feedback, dass ich vor meiner Reise bekomme, die ich für September 2015 geplant habe.
Wie komme ich darauf?
Eine Freundin (die in Schottland schon mit von der Partie war) hat eines Tages am schwarzen Brett der Uni Leipzig ein Stellenangebot gelesen. Aushilfskraft für Imkerei gesucht.
Ort des ganzen: Hamba, nahe Sibiu in Rumänien.
Sie nahm die Stelle an und schon wenige Wochen darauf entstand in einer geselligen Abendrunde die Idee in mir, doch mit dem Motorrad auf einen kleinen Besuch vorbei zu schauen.
Ihr Freund war sofort von der Idee begeistert, bekam aber sehr schnell zu hören: „Du fährst ganz bestimmt nicht mit dem Motorrad nach Rumänien, und schon gar nicht mit einer Schwalbe!“
Aus der Traum vom Moped-Buddy für die Reise. Schade eigentlich, zumal die Strecke nach einem kurzen Blick in die Karte und diversen Recherchen auf google zeigten: So weit ist das gar nicht weg!
Gemessen daran, dass ich jede Woche 500 Kilometer vom Osten in den Westen der Republik in mehr oder weniger 5 Stunden zurücklege, erschien mir doch 1319km Reisestrecke als machbar. Zwar nicht unbedingt für eine Schwalbe, aber für eine fernreisetaugliche F800GS absolut.
Die erste Reise mit dem eigenen Moped! Mir fielen die Geschichten von Vati und Oma wieder ein, wie sie davon schwärmten in den Urlaub gefahren zu sein, welche epischen Reiseerlebnisse sie zu teilen hatten.
Und welche immense Freiheit es für sie bedeutet haben musste, auf zwei Rädern hunderte Kilometer bis ins Riesengebirge zurückzulegen.
All das habe ich auch vor mir, zwar alleine aber das bedeutet für mich nicht weniger Abenteuer. Im Gegenteil, kann ich mich nicht von Bekannten in meiner Umgebung ablenken lassen, entstehen vielleicht Situationen oder Verhältnisse, in denen ich völlig anders reagiere als es andere von mir erwarten.
Ich kann nicht auf Hilfe anderer zählen bis ich Sibiu erreiche und dessen bin ich mir bewusst.
Dementsprechend plane ich und versuche mich daran zu halten, sei es die Zahl der Anreisetage (6) oder die Route, die folgendermaßen aussieht:
Tag 1: Leipzig-Blansko in Tschechien rund 480km
Tag 2: Blansko-Strba in der Slovakei rund 350km
Tag 3: Ruhetag, wandern in der hohen Tatra
Tag 4: Strba-Tokaj in Ungarn rund 230km
Tag 5: Tokaj-Cluj-Napoca in Rumänien rund 320km
Tag 6: Cluj-Napoca-Sibiu rund 330 km

Ich bin gespannt, was auf mich wartet und widme mich den Vorbereitungen an Gepäck und Maschine!

Bringt Licht in die Sache…

Was wird das wohl?

Nach vielen Ausflügen in den Schnee wurde es mal wieder Zeit für etwas Zurückgezogenheit im Keller und anspruchsvolle Bastelprojekte.
Nachdem der Basteltisch stand, musste die Form für den Ständer her:
DSC_0890
Irgendwie so, als würde man mit Bauklötzen spielen: Formenbau
…mit doppelseitigem Klebeband auf die Taischplatte geklebt, damit nichts verrutscht.

DSC_0002
und danach die Ritzen mit Knetmasse verfugt, damit nichts rausläuft.
Das Problem hierbei: Die richtige Modeliermasse mit der richtigen Konsistenz zu verwenden. Meine war auf jeden Fall nicht geeignet. Viel zu hart, weil viel zu kalkhaltig.
Das nächste Mal verwende ich Kinder-Bastelknete, die nicht ständig Bruchkanten aufweist, wenn man sie glatt zieht.

DSC_0003
Vorbereitung für die ersten Laminatteile
Aha! Textile Materialien werden also verwendet!

DSC_0004
Erster Testlauf des Schaltkreises
Die Wahl der LEDs war so eine Sache, weil ich eigentlich keine Wahl hatte.
Die Vorgabe, wieviel LEDs verwendet werden, wird eigentlich vielmehr davon entschieden, welche Konstantstromquelle man bekommt.
In diesem Fall hat der Treiber 1000mA und 12 V zu vergeben.
Drei Betriebsmodi sind für die Seoul Z-LED P4 aufgelistet:
350mA 3,25V 100lm
700mA 3,5V 180lm
1000mA 3,7V 240lm

Also überlastet man drei LEDs, wenn man 1A mit 12V befeuert, die nur maximal 11,1V abhalten. Ich habe es trotzdem getestet und festgestellt, dass man ein ziemlich unstetiges und blendendes Stroboskob damit schafft.
Lötet man eine vierte LED dazu, sind alle zwar „unterspannt“, aber laufen dennoch stabil und nicht allzu blendend. Eigentlich perfekt für mein Vorhaben…das jetzt wahrscheinlich jeder erraten kann. Ja, das wird eine Tischlampe. Natürlich keine normale, sondern eine zum klappen. Warum? Weil’s geht!

Also auf zum Einbau der Leuchtdioden!
Nur wie versorgt man die in der Spitze liegenden Teile mit Strom?
Ich habe einige Zeit mit dem Gedanken gespielt, diesen einfach über eine durchgängige Carbonfaser zu leiten. Allerdings musste ich diesen Ansatz schnell wieder verwerfen durch die vielen Probleme, die dadurch entstanden wären.
1.: Wie isoliert man Carbonfasern in einem Diagonalgelege so voneinander, dass zwei Phasen entstehen?
2.: Wie schafft man es, dass die Carbonfasern an den Übergängen der beiden Stege elastisch bleiben und beim Ein-/Ausklappen der Lampe nicht brechen oder reißen?
3.: Wie soll man eine Carbonfaser kontaktieren? Löten geht nicht, klemmen vielleicht?

DSC_0906

Das Konzept im Probebetrieb: drei LED’s im obersten Balken, zwei Klappen zum Aufbau, die im unteren Balken arretiert werden, um die Höhe einzustellen. Und eine LED im Lampenfuß.

Ich entschied mich also dafür, einfach ein zweiadriges Kupferkabel in die Textilmatrix einzubauen.
Zwar sieht man dieses am Ende wie eine Ader unter der Haut entlanglaufen, aber das hatte auch einen Vorteil: Ich wusste, wie weit ich Dremeln konnte!
Allgemein macht die Einbringung von Fremdstoffen mit ganz speziellen Eigenschaften einen ganz großen Vorteil der faserverstärkten Kunststoffe aus.
So sind etwa hier Magnete für den Schließmechanismus verwendet wurden und die Klappen und Balken sind jeweils mit einem biegsamen, aber extrem reißfestem Stoff verbunden.

DSC_0902Kopie
Der Klappmechanismus ist denkbar einfach: Zwei Klappen mit jeweils zwei Nasen greifen in Aussparungen im mittleren Balken.

DSC_0904DSC_0905
Damit kann die Lampe so eingestellt werden, dass sie das Licht weit in den Raum hineinwirft oder nur auf die Tischplatte.

Die elektronische Versorgung der LEDs kann natürlich nicht unbehandelt über die Steckdose vollzogen werden.
Dafür sorgt ein Treiber, der von 220V Wechselstrom auf 12V transformiert und gleichzeitig über eine Brückenschaltung aus Halbleiterdioden die Spannung gleichrichtet.
Wie das aussieht, kann ich leider nicht zeigen, da Wikipedia mich nicht lässt. Aber hier unten drunter steht der Link dafür…irgendwo
Halfwave.rectifier.en“ von WdwdEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons
Und dieser ganze Transformator befindet sich einfach im Fuß des ganzen Gebildes, um den Schwerpunkt noch etwas nach unten zu bringen.
DSC_0900
Zugegebenermaßen ein wenig russisch, aber sieht ja am Ende keiner.

Fehlt eigentlich nur noch der Deckel darunter und der letzte Feinschliff, dann kann die klappbare Lampe auf die große Reise gehen!
DSC_0909
Komplett eingeklappt und transportbereit ist die Lampe nur etwas größer als die Werke mancher Autoren. Zumindest kleiner als Tolstoi und größer als T.C.Boyle.
DSC_0911

Why can’t we be sober?

Anders als Maynard James Keenan in „sober“, dem ersten Erfolgsstück von Tool frage ich: Warum können wir nicht nüchtern sein?
Als ich meine Wohnung zusammenpackte, um für die Zukunft sofort eine neue Bleibe nach dem Studium zu finden, fiel mir ein Heft mit folgendem Emblem in die Hand:

Wie lange war es her, dass ich dieses Heft selbst zusammengestellt habe? Damals in der 8. Klasse, als Alkohol für einige versuchsweise bekannt, für andere gänzlich uninteressant war.
Belustigt sah ich mich nun vor der Kiste meiner Erinnerungen stehen, als fast graduierter Diplomingenieur. Als Student, der ich genügend Lebenserfahrungen gesammelt hatte, um zu wissen wie die Realität war. Im Club, beim Bergfest, während privater Feiern. Zu jedem Anlass wurde irgendeine Flasche geöffnet…oder halt ein Eimer angesetzt. Natürlich sind es unheimlich erhebende Erinnerungen, wie Mister Z. auf dem Badewannenrand sitzt und versucht, mit seinen Fingern halb verdaute Nudeln durch den Abfluss zu stochern. Oder wie F.B. zu seinem 20. Geburtstag auf Händen und Schultern durch den Club getragen wurde, ein Glas Bravo (Fassbrause und Vodka-50:50) über die restlichen Gäste verschüttend und fünf Minuten später kaum mehr in der Lage, selbstständig zu laufen. Schöne Erinnerungen an eine geile Zeit und deftige Feiern, die wohl kaum ohne Alkohol möglich gewesen wären. Alkohol sozialisiert, denn es heißt nicht umsonst: Vodka-connecting people.
Immer in Reichweite: Die mahnenden Plakate der Initiative Alkohol-Kenn dein Limit.


Selbst als ich völlig fertig mit der Welt mit dem Kopf auf der Bank in den Hinterhof des TV-Clubs gereiert habe und mich nicht mehr dazu aufraffen konnte, der Tanzaufforderung einer hübschen Studentin nachzukommen (soweit ich das noch erkennen konnte), hätte ich das ohne zu zögern unterschrieben. Ich kenne mein Limit. Manchmal gehe ich drüber, aber woher soll man’s denn sonst kennen?

Jetzt, in Erinnerung an die 8. Klasse, stellt sich mir eine ganz andere Frage: Ist es überhaupt noch möglich, ohne zu leben?
Bin ich willensmäßig in der Lage, auf Alkohol zu verzichten? Körperlich abhängig bin ich nicht, soviel weiß ich. Oder?

Da ich gern Sachen ausprobiere, stelle ich mich der Herausforderung und gebe mir als Ziel vor: So wie andere auf Fleisch im Essen verzichten, so verzichte ich auf Alkohol! Nicht nur im Essen.

Ab dem 27.10.2013 wird Ethanol von mir für ein Jahr nur noch als Lösungsmittel für anorganische Verschmutzungen verwendet.

Warum gerade das Datum? Am 26.20. ist Exmaball, aus gegebenen Anlass kann ich da nicht einfach nüchtern sein. Warum ein Jahr? Es wird empfohlen, während der Schwangerschaft kein Alkohol zu trinken. Aber 9 Monate sind einfach zu wenig für einen Mann, der sich etwas beweisen will!

Kommen wir zu den gesundheitlichen Gründen, warum es sinnvoll ist, auf das Zellgift zu verzichten.
Was passiert eigentlich beim trinken?
2 % des getrunkenen Alkohols gelangen direkt beim Trinken über die Mundschleimhaut ins Blut, 20 % folgen über die Magenschleimhaut. Der Rest folgt dann im Zwölffingerdarm beziehungsweise im Dünndarm in den Blutkreislauf. Je nach Füllstand des Magens braucht der Alkohol 30-120 Minuten, um komplett in das Blut über zugehen. Nach spätestens zwei Stunden ist der Giftstoff dort wo er wirkt, egal wie viele Bratwürstchen vorher oder nachher in den Magen geschickt wurden. Die einzige Möglichkeit, wie die Flüssigkeit in ihrer Reinform wieder ans Licht kommen kann, ist über die Kontraktion des Abdomens. Wer also innerhalb von einer halben Stunde seine Alkoholtoleranz überschreitet, hat gute Chancen darauf und auf weitere Effekte:

Trägheit: GABA (GammaAminoButterAcid) ist der wichtigste hemmende Überträgerstoff von Nerv zu Nerv (Synapsen). Seine Wirkung wird durch Alkohol verstärkt. Der Körper versucht gegenzusteuern, indem er die Rezeptoren vermindert.

Krämpfe: Glutamat ist ein aktivierender Botenstoff. Unter dem Einfluss von Alkohol lässt seine Wirkung nach. Gegenregulation – es werden mehr Rezeptoren gebildet. Glutamat wird für Krampfanfälle im Entzugsdelirium verantwortlich gemacht.

Halluzination: Dopamin ist unter anderem ein wichtiger Überträgerstoff des limbischen Systems, das für unser Gefühlsleben eine starke Bedeutung hat. Es verliert seine Wirksamkeit unter dauerndem Alkoholeinfluss. Bleibt der Alkohol aus (Entzug), scheint sich seine Wirkung aber zu überschlagen – es kommt zu Halluzinationen.

Vergesslichkeit: Acetylcholin, ein wichtiger Überträgerstoff im gesamten Körper. Seine Rezeptoren im Gehirn nehmen unter ständigem Alkoholeinfluss ab. Das soll für „kognitive Defizite“ verantwortlich sein – es kommt zu Fehleinschätzungen und Gedächtnisschwäche.

Unruhe: Der Sympathikusnerv, im autonomen Nervensystem, welches nicht willkürlich beeinflussbar ist, für alle Alarmreaktionen (Stress) zuständig, reagiert überempfindlich, weil Rezeptoren, die ihn normalerweise bremsen, untergehen.

(http://www.a-connect.de/namalk.php)

Mal ganz abgesehen vom erhöhten Krebsrisiko in fast allen Organen, die mit dem Stoff unmittelbar in Berührung kommen, gibt es langfristig gesehen noch weitere Folgen, die sich hier ganz gut nachvollziehen lassen.
Es ist also nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine rein logische Entscheidung, die Finger vom Alkohol zu lassen. Gründe gibt es genug dafür, aber dennoch gibt es wenige, die sich wirklich dazu durchringen. Manche behaupten, dadurch ginge ein Stück Lebensqualität verloren.
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Nächstes Jahr weiß ich mehr.
Und wehe dem, der mir versucht was unter zu mischen!
https://i0.wp.com/www.firewooder.com/wordpress/wp-content/gallery/alkohollimit/alkohol-kenn-dein-limit-2.jpg

Sie haben ihr Ziel verfehlt!

In Anbetracht meiner persönlichen Lage und der Möglichkeit, genug Zeit zum Nachdenken zu haben, möchte ich diesen Artikel den sozialen Netzwerken der neuen Generation widmen. Warum? Das Studi-VZ ist eine künstlich am Leben gehaltene Leiche, Facebook macht sich aufgrund immer wieder geänderter Nutzungsbedingungen immer unbeliebter, Google Plus ist zu groß, unübersichtlich und nutzlos, andere Anbieter haben den Aufstieg gar nicht erst geschafft.
Außerdem haben sie für mich ein großes Manko: Man lernt nicht wirklich neue Leute kennen, auf die man auch im wahren Leben trifft. Was im Internet passiert, bleibt im Internet. So scheint es zumindest und derlei Beziehungen zu pflegen ist mir ehrlich gesagt zu unwirklich. Es gibt doch nichts besseres, als sich persönlich zu treffen, sei es zum Grillen, zum feiern gehen oder um miteinander Sport zu treiben.
Und da jeder nur ein kleines Stück der Welt kennt, sich die meisten Menschen nur in einem geistig wie körperlich eingeschränkten Kreis aufgrund fehlender Mittel, Zeit oder Motivation bewegen können, überkommt mich immer mal das Gefühl, dass ich einen neuen Freund brauche. Es geht dabei nicht darum, alte Bekanntschaften und Beziehungen zu ersetzen, sondern neue Möglichkeiten zu erschließen. Sich auszutauschen und dadurch Erfahrungen zu gewinnen oder Geschichten einzulagern, die man bei Bedarf hervorkramen kann.

Für mich kam als Motivation hinzu, dass meine berufliche Laufbahn mich in eine andere Stadt verschlagen könnte und ich Menschen vor Ort brauche, die mir hilfreiche Informationen über eben diesen Ort geben könnten. In einer Welt, in der 12 Millionen Menschen ihr Telekom-WLan zum öffentlichen Hotspot machen und jeder Mensch mit Smartphone problemlos einen Couchschlafplatz für die Nacht klarmachen kann, wird es doch wohl einen Platz geben, an dem man eben solche Menschen trifft.
Oder auch mehr. Wer kann schon vorher sagen, wie sich Begegnungen entwickeln? Schließlich brennen sich Blicke und Aussagen von Familie und Freunden über den eigenen Beziehungsstatus mit 23 Jahren irgendwann in den Hinterkopf.
„Vielleicht hat er einfach zu hohe Ansprüche.“, heißt es dann.
Aber dass ich mich nicht auf alles einlasse und die Personen in meinem Umfeld mit äußerster Sorgfalt auswähle, kann mir nun wirklich nicht zur Last gelegt werden.
Und genau darauf sollten auch soziale Netzwerke abzielen, sonst entsteht daraus nichts von Dauer.
Mit diesen Voraussetzungen fing ich an, mich im Google App-Store umzuschauen.
Friendscout ließ ich dabei gleich aus dem einfachen Grund aus, weil ich meine Wohnung auf Immoscout gefunden hatte.
Ich wollte meine neuen Freunde nicht mit einer Immobilie gleichgestellt wissen, schließlich bestehen da meines Erachtens ein paar Unterschiede.
Stattdessen entschied ich mich für badoo, ein Netzwerk dass mit dem Spruch „Neue Leute treffen bei Badoo; chatten, flirten, Freunde finden“ warb und meine Aufmerksamkeit erregte. Ich meldete mich an und begann sofort, mich mit der Webseite vertraut zu machen. Das Profil war schnell aktualisiert und die Bilder hochgeladen, als schon die ersten Anfragen bei mir eintrafen.
Und damit begannen die Schwierigkeiten. Es stellte sich heraus, dass es sogenannter Superpowers bedurfte, um die Profile derjenigen einzusehen, die angeblich an meiner Person interessiert waren. Und diese Superpowers kosteten, jawoll! Geld! Und zwar echtes. Ebenso kostete es, sich mit seinem Konterfei in die am oberen Bildschirmrand abgespielte Diashow von interessanten Personen einzureihen, um damit die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Art und Weise, wie die Personen darauf abgebildet waren, ließen mich schnell an der Seriösität der Seite zweifeln. Die Art der Personen ließ mir noch dazu einen Schauer den Rücken herunterlaufen, weswegen ich mich stehenden Fußes wieder aus dem Netzwerk ausklinkte.
Was nun? Ich saß vor meinen Bildschirmen (Rechner und XCover) und suchte nach einem Wort für „Partnervermittlung“, nur halt auf freundschaftlicher Ebene.
Gedankenverloren beauftragte ich letztendlich Google damit, mir Alternativen für Badoo herauszusuchen. Das Konzept war ja in Ordnung, wenn es komplett kostenfrei halbwegs ordentliche Vorschläge machen würde.

Auf Appcrawler fand ich schließlich meetme. Die Seitenbeschreibung klang schon eher nach dem was ich suchte und ich wagte einen Blick darauf.
Der große Vorteil meetme’s ist, dass sich auf zwei verschiedenen Ebenen suchen lässt: Auf der Partnerebene und auf der Freundschaftsebene.
Allerdings hatte das System einen riesigen Nachteil: Nicht alle Personen, die wirklich in der Umgebung wohnten, erschienen in der ortsspezifischen Suche. Ich kaufte der Webseite einfach nicht ab, dass es nur drei Leute in Leipzig gab, die hier angemeldet waren.
Im Laufe der Probewoche bekam ich auch immer mehr Anfragen und Favouritenmeldung von Leuten, die heimliche Fans von mir waren. Allerdings aus allen Teilen der Welt, bei denen ich zweifelte, ob ich sie jeh zu Gesicht bekomen würde: Indien, Indonesien und die USA.
Auch hier informierte einen das System ähnlich wie bei Badoo darüber, dass es Interessenten gab, stellte dann aber im Gegensatz 9 Leute aus umliegenden Erdteilen des Interessenten vor, unter denen ich tippen konnte. Die fünf Versuche verteilte ich natürlich auf die Menschen, die mir auf ihren Profilfotos am sympatischsten entgegenblickten und deckte die Karten wie bei der ersten Memoryrunde nacheinander auf. In 9 von 12 Fällen gelang es mir, meinen heimlichen Fan zu enttarnen. Das machte Spaß, aber dennoch fehlte mir der Kontakt zu Menschen, die wirklich in meiner Umgebung wohnten.

Also suchte ich noch etwas weiter und fand: OkCupid.
Prinzipiell lassen sich auch hier fremde Menschen nur aufgrund ihrer optischen Erscheinung auf einem Foto bewerten. Diese Bewertungen abzurufen, kostet ebenfalls Geld.
Aber gesetzt den Fall, man findet wirklich interessante Personen, die man das auch wissen lassen möchte, reicht der kostenlose Account völlig aus.
Es wird alles angezeigt, was man braucht, OkCupid unterschlägt nichts, präsentiert alle Suchergebnisse und:
OkCupid stellt viele Fragen, die man nach seiner Meinung beantwortet, deren Wichtigkeit eingestuft werden kann und für die man die idealen Antworten des Opponenten einstellt.
Aufgrund dieser Antworten vergleicht OkCupid die Mitglieder untereinander und über eine Suchmaske werden genau die Menschen herausselektiert, die als Freunde, Feinde oder Partner in Frage kommen.
Die Erprobungsphase, die mittlerweile eine Woche andauert, hat mir bis jetzt nur Positives beschert und ich bin zuversichtlich, dass OkCupid das Werkzeug meiner Wahl bleibt, um meinen Kontakthunger zu stillen.
Vorausgesetzt es bleibt kostenlos, anderenfalls hat es ebenfalls das Ziel verfehlt.

Hals- und Kieferbruch!

Am 1. Juli war es soweit!
Jahrestag meiner Sympome, die mich konsequent mehr oder weniger stark begleiten, bis zum jetzigen Zeitpunkt hin.
Es fing an mit einem Zeckenbiss, der mir erst viel zu spät auffiel. Ich war nachlässig geworden mir und meinem Körper gegenüber, seit Beginn des Studiums (was sich nicht nur in gelegentlichen Alkoholexzessen erkennen ließ).
Bald darauf bemerkte ich, wie ich aus dem Gleichgewicht geriet und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Während Behandlung der Borreliose und diverser Untersuchungen durch Fachärzte wurde mein Schwindel, der Druck hinter den Augen, das Gefühl von nahender Ohnmacht und die Taubheit in Kopf und Rest des Körpers immer größer. Es wurde Herbst, bis Dr. Colditz einen ersten objektivierbaren Grund für meine Probleme fand. Neurologin, Augenärztin, HNO-Ärztin und diverse Orthopäden hatten mir bis dato einen einwandfreien gesundheitlichen Zustand in ihrem ermessbaren Fachbereich bescheinigt. Frau Dr. Colditz war ebenfalls Orthopädin, aber sie unterschied sich von anderen dadurch, dass sie mit geöffnetem Kiefer röntgen ließ und eine Atlasfehlstellung bemerkte.

Was das ist?

Ich erwartete, dass eine Korrektur die Probleme allesamt aus meiner Welt schaffen würde, aber das Glück war nur von kurzer Dauer.
Jeweils zwei Wochen nach der Behandlung ging es mir wieder schlechter, ich hatte teilweise Probleme zu essen, abends durch das Rauschen in meinen Ohren einzuschlafen oder mich für Sport zu motivieren. Mein Zahnarzt erfuhr davon und schlug vor, eine Kieferkorrektur vorzunehmen, bei der mittels einer Beißschiene dafür gesorgt wird, dass beide Seiten meines Kiefers zum selben Zeitpunkt aufeinandertreffen und dadurch keine Fehlbelastung mit Auswirkungen auf die Halswirbelsäule besteht. Die Zahnschiene half etwas gegen den Schwindel und die Schlaffheit, aber nicht im erhofften Maße, sodass ich schlussendlich psychische Probleme mit heftigen Depressionsphasen bekam.

Und nun bin ich hier, im Sana-Klinikum Berlin Schönefeld. Ganzheitliche Therapie von Körper und Geist. Bewegung ist Leben.
Noch bin ich skeptisch, dass die Mischungs aus Bewegungsmeditation (QiGong), Atemtherapie und meiner Meinung nach zu viel Freizeit mir helfen wird.
Zumindest nicht mehr als drei ordentliche Kieferbrüche und eine Neu-Rekonstruktion, damit die Kauleisten wieder aufeinandertreffen wo sie es sollen.
Aber durch den Zwang sich mit sich selbst beschäftigen zu müssen, weit abgeschieden von Ablenkungen mitten im brandenburgischen Wald, hoffe ich doch einen Weg aus der Sache zu finden. Vielleicht finde ich hier die Einsicht, dass ich zu lange falsch gelebt habe, zu sehr dem Elektrosmog ausgesetzt gewesen bin, lieber doch zu einem Kieferorthopäden in Behandlung zu gehen, oder mich mit meinen Fehler abfinden zu müssen.

Die Zeit wird sicher zeigen, wer am Ende die Nase vorn hat: Die weiche Homöopraktik oder die kalte Apparatemedizin.
Solange ich davon profitiere, ist es mir eigentlich egal.
Und das Essen hier ist super!

Urlaub in der Hölle

Was mach ich hier eigentlich? Bin ich denn völlig wahnsinnig geworden? Wer hat mir diese Idee in den Kopf gesetzt?

Ich stampfe durch die grau-grüne Landschaft und zähle dabei die Schritte, die ich in meinen durchnässten Wanderstiefeln mache. Meine Schultern schmerzen, aber ich behalte den Oberkörper möglichst in derselben Position, um zu verhindern dass der Regenschirm noch mehr Schaden nimmt, als er eh schon hat. Bis vor drei Stunden hatte ich das Gefühl, dass meine Variante des Wetterschutzes wirklich die ausgereifteste und cleverste Lösung ist der schottischen Witterung entgegen zu treten, bevor eine äußerst heftige Windböhe drei Speichen meines Schirms umknickte und mich so vom Gegenteil überzeugte. Seitdem achte ich darauf, dass der beschädigte Abschnitt hinten auf meinem Rucksack aufliegt, in dem sich mein mittlerweile aber auch durchnässtes Gepäck befindet. 20 Kilo, von denen ich sicher 5 Kilo in Deutschland hätte lassen können. 


Nachweislich 18 Kilo Leergewicht hatte meine Ausrüstung, als ich sie nach meiner Ankunft noch einmal mit der Fischwaage nachgewogen habe. 55 Liter Stauraum verleiten irgendwie dazu, viel unnötiges Zeug mitzunehmen.

Das trägt nicht gerade zu meiner Genesung bei, denn zwei Tage bevor ich mich in den Flieger nach Glasgow setzte, saß ich schon einmal: Beim Manualmediziner, um mir die Halswirbelsäule wieder einrenken zu lassen. Eine Blockade des Kopfgelenks machte mir nun schon seit knapp 3 Monaten mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Gleichgewichtsproblemen und sogar Empfindungsausfällen der linken Seite zu schaffen. Ich war sogar kurz davor gewesen den Flug noch zu canceln, brachte es dann aber doch nicht über mich. Ich hatte diesen Urlaub schon zwei Jahre vor mir hergeschoben und nun sollte ich mich von zwei lächerlichen Wirbeln namens Atlas und Axis davon abhalten lassen bei Dauerregen 150 Kilometer durch das schottische Hochland zu laufen? 


Der Unangenehmste Teil der Reise: Die ständige Planerei für Flug und Unterkunft

Niemals! Da müsste ich ja nächstes Jahr nochmal anfangen zu planen und ich hasse diese stressigen Urlaubsvorbereitungen mit all der Buchung von Flügen und Herbergen.


Einsames schottisches Hochland: Längst nicht so viele Wanderer wie befürchtet muten sich den Wanderweg von Glasgow nach Fort William zu.

Zumal ich einen angenehmen Zeitraum für die Begehung des west highland ways erwischt zu haben scheine, denn es sind weit nicht so viele Wanderer hier unterwegs wie ich zuerst befürchtet habe. Die Baumstammwerferin aus dem Fremdenverkehrsamt hat die Situation wohl etwas dramatisiert, als sie das Zeltverbot am Loch Lommond erwähnte und sagte, „that a lot of people walk the way, because they read the outdoor magazine, which places our way at the second position of the most beautiful hiking trails in europe.“


Wirklich schön, wenn mal keine Midges da sind: Der Weg entlang des Loch Lommond.

Ich frage mich seit dem Verlassen des hübschen Vorortes Milngavie, zu welcher Jahreszeit wohl die Tester diesen Weg gelaufen sind, dass sie sich nicht von 3000 mm Niederschlag und Milliarden von Midges haben abbringen lassen diesen Weg als einen der schönsten Wanderwege Europas zu bezeichnen. Denn wie ich vorgestern feststellen musste, stimmte nicht einmal die Aussage eines Campingpark-Rangers, der versicherte dass es entweder regnete oder Midges unterwegs sein. Beides zusammen ginge nicht. Ich stellte fest: Oh doch, das geht! Als ich gestern früh meine Hände nach dem Aufstehen begutachtete, musste ich die vielen kleinen runden Punkte registrieren, die im Nachgang eines Bisses dieser äußerst kleinen und äußerst aggressiven, aber dennoch überaus geselligen Stubenfliegen entstehen. 


Sehr idyllisch ist der Einstieg des west highland way, er liegt direkt in einer Fußgängerpassage in Milngavie.

Jetzt jedoch sind sie gerade nicht da, was wohl daran liegt dass ich hier weit genug vom nächsten stehenden Gewässer sowie von jeder Versorgungsmöglichkeit entfernt bin und es seit nunmehr 6 Stunden ununterbrochen gießt und stürmt.


Unser Sonnenschrein hat leider nicht gewirkt. 😦

Kommen wir zu den positiven Sachen an diesem Urlaub:

-Ich werd mich daran erinnern

-Mein Handy hat bewiesen, dass es etwas ab kann, denn es ist schon dreimal aus Standhöhe in eine Pfütze, sprich, auf den Weg gefallen

-Die nächste Unterkunft ist nur noch eine halbe Stunde entfernt

-Es könnte dort eine Möglichkeit geben die Sachen zu trocknen

-In der letzten Ortschaft gab es Mars, Snickers, Kitkat, Lion, Bounty und Twix für nur 55 pence!

-Sofern ich nach Deutschland zurück komme, werd ich nächste Woche einen Orthopäden, einen Hausarzt und einen Dermatologen sehen!

Alles in allem keine schlechten Aussichten.

Ich bleibe stehen.


Mehr See als Weg an manchen Stellen

Quatsch! QUatsch! QUAtsch! QUATsch! QUATSch! QUATSCh! QUATSCH!

„Meine Schuhe machen Geräusche!“ 

Isi steht vor mir. Ihr gelber Poncho nimmt ihr mal wieder die Sicht, weil er es immer eiliger hat als sie selbst.

„Wo ist denn Daniel?“, frage ich, weil ich ihn trotz des weitläufigen Geländes nicht ausmachen kann.

„Ach, er hat wieder mit seinem Fuß zu kämpfen, aber immer wenn ich ihn danach frage, sagt er es geht schon. So ist er halt.“

Ich halte gedanklich fest: 

-Ich bin nicht alleine mit meinen Problemen.

 


Man kann sich nur schwer verlaufen auf dem geradlinigen Weg.

Heil wieder in der Zivilisation angekommen: Reisegruppe Wahnsinnig.

Berechnung einer Erbsensuppe

In Vorbereitung meiner Schottlandreise auf dem WHW stellt sich mir die Frage, ob es wirklich nötig ist einen Gaskocher mitzunehmen, oder ob es ausreicht ein Teelichthalter von IKEA samt Brennstoff in den Rucksack zu packen. Zumal die Beamten am Flugschalter weitaus weniger gegen Glasdeko anstatt eines Gaskochers mit Gaskartuschen im Abgabegepäck zu sagen haben dürften.

Ziel ist es, herauszufinden ob ein handelsübliches Teelicht in der Lage ist eine handelsübliche Dose Erbsensuppe auf genussfähige Temperatur zu bringen. Um diesen Sachverhalt zu klären ist zuerst die Energiemenge zu ermitteln, die nötig ist um dies zu bewerkstelligen.

Nach der Formel

Q=m*c*∆T

sind Werte für die Masse der Erbsensuppe, deren spezifische Wärmekapazität und die Temperaturdifferenz vonnöten.

Die Masse lässt sich dabei an der Dose ablesen (350g) und die Temperaturdifferenz liegt im Ermessen des Kochs. Ich nehme für mich ein ∆T  von 50 K an. Schließlich darf das Zeug laut Verpackungsaufschrift eh nicht kochen und Geduld hab ich nicht. Besonders nicht nach einem Fußmarsch von 25 Kilometern durchs schottische Hochland.

Bleibt noch die spezifische Wärmekapazität von Erbsensuppe zu klären.

Da ich im Internet keine verlässlichen Werte von seriösen Webseiten gefunden habe, musste ich mir meine Erbsensuppe zusammensetzen, wobei ich eine ingenieursmäßige Vereinbarung mit mir getroffen habe und die Zusammensetzung auf lediglich 3 Komponenten begrenzt habe.

Komponente Spezifische Wärmekapazität in KJ/(kg*K) Anteil in %
Fleisch 3,25 10
Erbsen 3,35 35
Wasser 4,19 55

Werte aus: Taschenbuch der Kältetechnik, Pohlmann (Link: http://www.containerhandbuch.de/chb/wild/images/09_anhang/wild_09_05_03_01_01_tab1.gif)

cges=(3,25/100)*10+(3,35/100)*35+(4,19/100)*55

cges=3,8KJ/(kg*K)

Die spezifische Wärmekapazität von Erbsensuppe ist also 3,8KJ/(kg*K). Mit diesem Wissen ist die Ermittlung der Wärmeenergie kein großes Problem mehr.

Q=0,35kg*3,8KJ(kg*K)*50K=66,5KJ

66,5 KJ wären nötig, um eine Dose Erbsensuppe zu erhitzen.

Nun zur Wärmeberechnung auf der Verbrennerseite:

Zur Heizwertberechnung ist zuerst der Energiegehalt von Kerzenwachs zu organisieren. Da dieses nahezu komplett aus Paraffin besteht, ist es durchaus legitim die 45MJ/kg anzunehmen, zumal dieser Wert im festen wie im flüssigen Zustand gleich bleibt. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heizwert#Heizwert_und_Brennwert Abschnitt feste Brennstoffe)

In Ermanglung einer derart genauen Waage musste ich mich in puncto Teelichtgewicht auf die Quelle

http://www.bild.de/ratgeber/geld-karriere/test/welches-brennt-am-laengsten-7140522.bild.html

verlassen, weil ich denke dass es den Redakteuren trotz ihrer zahlreichen Fehltritte immer noch zuzutrauen ist, ein Teelicht wiegen zu können. Jedenfalls genauer als ich es mit meiner Fischwaage hinbekommen würde.

Unter der ingenieursmäßigen Annahme, dass mein IKEA-Teelicht also 13 g wiegt und zu 100% aus Paraffin besteht, wird folgendermaßen die Verbrennungswärme einer Kerze ermittelt:

Q=H*m

Bei Einsetzen der Werte für die Kerze ergibt sich:

Q=45MJ/kg*0,013kg=0,585MJ

Die tatsächlich freigesetzte Wärmeenergie eines Teelichts ist demnach 585KJ. Fast die zehnfache Menge Wärmeenergie wird durch ein Teelicht freigesetzt, als zur Erwärmung einer Dose Erbsensuppe benötigt wird. Selbst wenn ein Wirkungsgrad von 50% angenommen wird, sollte die freigesetzte Wärme reichen, um an kalten Tagen im schottischen Hochland meinen Magen zu wärmen. Wenn ich noch nicht verhungert bin, denn im Praxisversuch dauerte die Erhitzung der Dose knapp anderthalb Stunden.

Da ich als dualer Student Wert auf den praktischen Nutzen meiner Berechnungen lege, habe ich natürlich die Probe aufs Exempel durchgeführt.
https://lh3.googleusercontent.com/-Jw-9BYVmNbE/T9ZDmKvMsFI/AAAAAAAAIKU/HZ7Yg28gN5s/s720/_DSC4239.JPG
Beginn des Tests um 18:21

https://lh6.googleusercontent.com/-L7SqsMKoV2s/T9ZDnh3pFmI/AAAAAAAAIKk/n-EcSq_pYRg/s512/_DSC4242.JPG
Eine Stunde nach Testbeginn dampfte die Suppe konstant während des Umrührens.

https://lh5.googleusercontent.com/-3lGRFfH2wz8/T9ZDphpwhrI/AAAAAAAAIKw/MppN5nzU4-0/s720/_DSC4248.JPG
Anderthalb Stunden nach Teststart bildeten sich schon Siedeblasen an der Suppenoberfläche

https://lh5.googleusercontent.com/-kQIJDHicG6g/T9ZDqXolehI/AAAAAAAAIK8/kqulYNU4N8M/s720/_DSC4249.JPG
Zeit den Test zu beenden und das Ergebnis guten Gewissens zu verspeißen.

PS.: Die Testergebnisse sind nicht auf Rindergulasch oder Ravioli übertragbar!

Berlin, das ist doch keine Stadt

Weihnachtsmarkt AlexanderplatzWir steigen aus dem Bus und stehen vor einem riesigen Hotelkomplex, dem Park Inn.

Nachdem wir nahezu 45 Minuten durch die Berliner Innenstadt mit Einbezug aller Gassen und Schleichwegen gefahren sind, weil die Verkehrslage es nicht anders zuließ, stehen wir endlich am Alexanderplatz. Ich fühle mich sofort an den Anfang des vierten Buches aus Alfred Döblins gleichnamigen Roman erinnert, denn hier wird auch gebaut. Zwar gibt es auf dieser Baustelle keine Holzplanken und provisorische Wege für die Passanten, dafür aber einen eisernen Bauzaun, der selbige gleich ganz auf Distanz hält. Da ich heute das erste Mal in unserer Bundeshauptstadt bin, fällt es mir schwer, den Anschluss an alles im Voraus im Internet recherchierte zu finden. Hier scheint sich die Umgebung sehr schnell zu ändern, was vielleicht daran liegt, dass Berlin seit jeher Zentrum politischer Umwälzungen und damit auch ein gutes Angriffsziel für Feinde war. Noch dazu ist keine Umgebung so künstlich vom Menschen beeinflusst wie sein Lebensraum, die Stadt. Hier kann sich von einer Generationen auf die andere das Bild der Umgebung drastisch ändern. Doch selbst die Spanne von mehr oder weniger 30 Jahren ist sehr groß bemessen für die Veränderungen in einer Stadt wie Berlin, denn offenbar ist der Weg, den man gestern noch zur Arbeit genommen hat, morgen nicht mehr zu gebrauchen, wie die Odyssee hierher beweist.

Ich begebe mich zu meiner Arbeitsgruppe und frage nach, wo wir denn hier sind, aber die haben auch keine Ahnung, ob wir uns schon am Bestimmungsort befinden. Das scheinen die Berliner selbst auch nicht so richtig zu wissen, denn in meinen Recherchen war fast alles hier zugehörig, von der jetzigen Baustelle vor dem Eingang des Park Inn über den Fernsehturm bis hin zum Übergang zur Museumsinsel. Wenn ich hier alles fotografieren will, müssen sich die Mädels aber ganz schön gedulden. Wir suchen uns als erstes ein hohes Gebäude, von dem aus wir den Überblick über das haben, was ich für mich als Alexanderplatz angenommen habe. Die Wahl fällt auf eine Saturn-Filiale auf der anderen Seite der Straßenbahnlinie, die im Buch sehr oft eingebracht wird. Über ebendiese entschwinden gerade unsere Weisungsbefugten und ich frage mich im Stillen, was die wohl vorhaben.

Wir fallen bei Saturn ein und nutzen das Personenbeförderungsmittel namens Rolltreppe im Plural, um in den 4. Stock zu kommen. Ich schieße die erforderlichen Fotos mit meiner Digitalkamera im Daueraufnahmen-Modus und frage mich, ob es zu Biberkopfs Zeiten schon so etwas wie Fahrstühle gab, während Jenny den Platz unter und den Fernsehturm vor uns mit einzelnen Schnappschüssen ablichtet. Im Saturn-Komplex gibt es genau fünf Fahrstühle, wovon aber nur 3 zwischen Etage eins und vier pendeln. Die anderen zwei überbrücken das Erdgeschoss und den ersten Stock, sodass man nie mit nur einer Verbindung ans Ziel kommt. Während wir fünf durch die Elektronikabteilungen abwärts steuern, denke ich daran, dass es vielleicht einen Kooperationsvertrag zwischen Saturn und der deutschen Bahn gibt. Jeder bildet seine Verschwörungstheorien aus dem, was einen im Alltag beschäftigt, sagte Dieter Nuhr einmal und ich persönlich glaube, dass das Ministerium für Bildung Bücher von den Verlagen als Pflichtlektüre deklariert, denen es gerade nicht so rosig geht. Bevorzugt behandelt werden vor allem der dtv, Reclam und der Hamburger Leseheftverlag, die von den Einkünften, die sie von den Schülern zusätzlich einfahren, ganze Abteilungen mit einem einzigen Auftrag einrichten: Ihre Bücher überall mit fünf und mehr Sternen auf jeder Website zu bewerten, auf der man Bücher erstehen oder kritisieren kann, um den Gesamtumsatz durch die Restbevölkerung zu maximieren.

Gut, ich muss gestehen: Wenn diese Bücher nicht wären, würden wir wahrscheinlich um einiges ungebildeter sein und ich wäre heute nicht hier, aber nur einseitige Bildung durch Erzählungen, die weit in der Vergangenheit liegen, ist auch schädlich. Keiner kann mir erzählen, dass heute einer versuchen würde, in der Nähe von Galaria Kaufhof gegenüber von Saturn einzubrechen, um eine Wagenladung Pelze zu klauen, wie das im Buch auf Seite 209 erzählt wird. Die Rückwand des Kaufhauses grenzt schließlich direkt an die dahinter liegende Kaiser-Wilhelm- oder, wie sie heute heißt, Karl-Liebknecht-Straße. Vielleicht interpretiere ich einfach nur den Andrang auf den Weihnachtsmarkt fehl, der sicherlich auch zu dem allgemeinen publizistischen Gedränge beiträgt.

Während wir uns auf die andere Seite des mutmaßlichen Alexanderplatzes durchschlagen, gehen mir einige Textzeile aus einem Lied von Reinald Grebe durch den Kopf:

„Berlin, Berlin, das ist doch keine Stadt

Berlin, Berlin, das ist doch keine Stadt,

Das ist doch Deko, alles Deko!

Das ist doch Deko, alles Deko!“

Wir stürmen den Eingang zur Galaria und sehen vor uns wieder einmal endlos viele Rolltreppen, die sich als einzige Einheit in den Himmel zu winden scheinen. Nach drei einzelnen können Lena und ich mich von Annette, Jenny und Faluka absetzen und ich äußere meine Bedenken über die Möglichkeit Bilder zu schießen:

„Meinst du wir finden da oben ein Fenster?“

„Klar, sind doch hier überall welche!“

„Na da oben, wo es hell ist. Aber da komm ich nich hin, weil da is Dach.“

„Na da werden doch auch welche in der Wand sein“

„Warte mal, sind ganz oben nicht immer diese komischen hauseigenen Restaurants?“

„Jo stimmt, die werden doch wohl Fenster haben.“

„Na toll und wir hampeln zwischen speisenden Oberklassegesellschaftern und Rentnern umher, die ihren Lebensabend mit Blick auf den Alex und Steak auf dem Teller verbringen.“

Ich hab es kommen sehen, das unterscheidet mich in meinen Hauptzügen von Biberkopf. Das könnte auch einer der Gründe sein, warum ich dieses Buch so schlecht verstehe, denn ich begreife nicht, wie man dermaßen weltfremd und naiv in die Fänge des großen Unglücks rennt. Das liegt aber bestimmt nicht an meiner fehlenden Gabe, mir Dinge auszudenken und mich hinein zu versetzen. Meine Phantasie ist dermaßen ausgeprägt, dass Sigmund seine liebe Freude hätte, meine Träume zu interpretieren, in denen unter anderem schon Zwiebel schneidende Nazis, Asterix und Obelix sowie der schrecklichen Sven aus Wickie auf einen Schlag aufgekreuzt sind.

Wir wandern die Karl-Liebknecht-Straße entlang Richtung Museumsinsel in der Hoffnung, den Ort des Verbrechens zu finden, das auf Seite 209 beschrieben wird. Ab und zu bleiben wir stehen und schauen uns die Gebäude rechts und links des Straßenrandes an, bis es links immer weniger wird. Auf der Höhe des Fernsehturms fordere ich forsch:

„Karte!“ und meinem Wunsch wird schnell beigegeben.

Die Karl-Liebknecht-Straße verläuft genau entlang des Alexanderplatzes, zumindest halten die Leute, die google benutzen, den freien Raum dafür. Wir folgen der Straßenbahnlinie, die überraschend präsent ist im Stadtbild, bis wir vor einer riesigen freien Fläche linker Hand stehen.

Hier hat ehemalige, kabarettistisch anmutende Politik Sportarten wie Nordic Walking und Frisbee Tribut gezollt. Wer nicht weiß, dass hier einmal der Palast der Republik stand, wird das auch aus Döblins Buch nicht erfahren, denn das war nach seiner Zeit. Statt das Relikt der modernen DDR-Architektur stehen zu lassen, hat man die nun begraste Rasenfläche so gemäht, dass jetzt ein überdimensionales Herz darauf zu sehen ist, was besonders Annette gefällt:

„Oooooch, wie schön! Kannst du das fotografiern?“

Schweren Herzens mache ich das Bild und verschweige, warum ich so kalt und für mich selbst doch so leidenschaftlich reagiert habe. Aber ich räche mich, denn für das Bild schlage ich vor, noch zum Brandenburger Tor in 1,5 km Entfernung zu gehen. Vielleicht versteht dann einer von den vieren, warum die Erwähnung der Straßenbahnlinien eine so große Rolle für Döblin spielten.

Indes überlege ich, wie es einem Gelegenheitsarbeiter wie Franz gelungen sein kann, in der Nähe des Stadtkerns eine Wohnung zu bezahlen. Mit Zeitung austragen wird sich hier keiner halten können, selbst nicht in der Nähe. Die Vorstellung, dass ein Haus in der Linienstraße gleichzeitig einen Rechtsanwalt und einen ehemaligen Transportarbeiter gleichermaßen Herberge bietet, kann nur damit erklärt werden, dass Franz ab und zu einen Bruch begangen hat, den Döblin unter den Teppich gekehrt hat.

Annettes Genörgel bringt mich zurück in die Realität:

„Können wir bitte umkehren? Mir tun die Beine weh…“

Ich blicke in ihre großen Hundeaugen, sage aber weil ich Hunger hab:

„Nein, wir sind doch gleich da! Da vorne ist schon das Brandenburger Tor und in die andere Richtung gibt’s nichts zu essen.“

Natürlich war das eine Lüge, das Brandenburger Tor war noch von einem Wald aus Bäumen, Kabeln und Plakaten verdeckt. Ihr Gesicht fällt ihr fast auf den Boden, so sehr verändern sich die Züge:

„Ich hasse dich! Ich hasse, hasse, hasse dich!“

Unter wüsten Schimpftiraden erkläre ich zehn Minuten später:

„Kuck, da isses schon! Das Brandenburger Tor und daneben das Adlon“

Ich schieße drei Bilder und gehe danach zum Bäcker, um mir mit Genugtuung eine Brezel für 1,10€ zu kaufen, um draußen wieder von Annette empfangen zu werden:

„Das hats jetzt für dich gebracht oder wie?“

Den Rückweg bis zur Karl-Liebknecht-Straße muss ich mich herumschubsen und als Staatsopfer (Wir sind an der Staatsoper vorbeigekommen und Annette war so unglaublich kreativ, noch einen Buchstaben einzufügen) beschimpfen lassen.

Weil ich so viel Spaß am Laufen habe, gehen wir noch eine Weile die Karl-Liebknecht-Straße entlang in die andere Richtung. Hier kommen die etwas mehr abgelegenen Winkel und Ecken, von denen ich mir eher einen erfolgreichen Raubzug versprechen würde, wäre ich ein Verbrecher. Ich fotografiere alles, obwohl ich immer noch glaube, dass es selbst hier nicht möglich ist in ziviler Winterkleidung rein zu marschieren und irgendwelches Zeug zu klauen. Vielmehr würde ich eine Tarnung als Servicemitarbeiter einer Telefongesellschaft anwenden, denn als dieser bin ich mir sicher, dass ich den ganzen Leuten hier nicht in Erinnerung bleiben würde. Überhaupt herrscht reges Gedränge rund um den Alex, Leute gehen vorbei und schreien in ihre Handys, dass man denken könnte, sie wollen ihren Gesprächspartner über die direkte Geräuschübertragung davon in Kenntnis setzen, dass sie gerade einen Glühwein mit Freunden trinken. Wir nutzen die Gelegenheit und wiederholen vereinzelt die Gesprächsfetzen im Berliner Dialekt, weil der für uns so lustig klingt. Das hat schon vor der Fahrt im Studienzimmer mit der Textvorlage sehr für Heiterkeit gesorgt, aber das richtige Leben der Berliner hier nach zuspielen macht auch sehr viel Spaß.

Wieder am Alex angekommen, fragen wir uns, was wir noch machen sollen, da noch so viel Zeit bleibt. Lena will shoppen gehen, ich will noch ein wenig hier herum stehen und Annette will einfach nur noch sitzen. Da wir alle eine andere Idee im Kopf haben setzt sich meine Vorstellung von Zeitvertreib vorerst durch. Ich beobachte die Leute hier am Alex und stelle fest, dass sich einiges verändert hat in den achtzig vergangenen Jahren. Direkt auf dem Alexanderplatz steht eigentlich keiner mehr, um Zeitungen zu verkaufen. Vielmehr horten sich unter der astronomischen Weltzeituhr die Greenpeace-Aktivisten und Alternativen zusammen, um mit Flyern gegen die Globalisierung und den Weltklimawandel zu demonstrieren. Das sterbende Medium Zeitung wird in den heutigen Tagen von schwachsinnigen, überbezahlten Viva-Moderatorinnen abgelöst, die mit alles-ist-lustig-und-ich-bin-gut-drauf-Miene zwischen den Aktivisten wie kleine Mädchen herum springen und sie fragen, welchen Musiktitel sie sich wünschen und wen sie grüßen wollen. Mittendrin stehen einige zukünftige Musikstudenten der Akademie der schönen Künste, die mit Kofferverstärkern und Gitarren ihrer Aufnahmeprüfung entgegen klimpern. Erbarmt sich die Masse, sich von den Musikern gefangen nehmen zu lassen, springen die versteckten Dozenten aus ihren Unterschlüpfen und überreichen den Musikern ein Aufnahmezertifikat an die Akademie. Manche hätten das auch dringend nötig, denn mit ihren Gesangskünsten werden die Einnahmen eher marginal bleiben. Die Essenspreise hier am Alex scheinen auch sowieso einer achtzig Jahre währenden Inflation zum Opfer gefallen zu sein, denn für 80 Pfennig bekommt man heute kein Kalbsragout mit Kartoffeln mehr, wie auf Seite 159 bemerkt. Schaut man um des Spaßes willen bei dem Dinea-Restaurant im fünften Stock des Galaria Kaufhof Gebäudes vorbei, könnte einem das Essen bei einem ungefähren Preis von 15-25 Euro leicht im Hals stecken bleiben.

Allerdings gibt es auch Gemeinsamkeiten: Das auf der Seite 107 beschriebene Gelegenheitsgeschäft, welches Franz annimmt, floriert auch hier. Zwar gibt es an den Buden des Weihnachtsmarktes keine Schlipshalter und Schnürsenkel zu kaufen, aber dennoch eine Menge Plunder, den man sich nur in einer Affekthandlung auf Weihnachtsmärkten zulegt.

Nachdem wir die Zeit im neu gebauten Alexa-Einkaufscenter damit herum gebracht haben, in der Mitte eines Ganges zu sitzen und die umher schlendernden Eingeborenen zu beobachten, schauen wir uns noch eine Weile die merkwürdige Bühne in der Passagenmitte an, auf der seltsames vorgeht. Lauter in schwarz gekleidete Bodyguards stellen portable Plakathalter auf und den Ton für die Goldkehlchen richtig ein. Irgendein schwarzer Opernsänger soll hier wohl ein Duett mit einer bekannten deutschen Sängerin geben. Aber er lässt sich nicht blicken, weswegen ich die Gruppe antreibe, dass wir doch endlich weitergehen, weil ich dieses ganze hoch gezüchtete Fernsehpack nicht ertragen kann. Ich frage mich mal wieder im Gehen, ob es in Biberkopfs Welt auch so etwas wie Stars und Sternchen gab.

Celebrities, die jeder kannte und die, wohin sie auch kommen Unruhe durch ihre bloße Anwesenheit stiften. Natürlich gab es so etwas, aber damals waren es noch weit mehr gerechtfertigte Personen, die eine Bekanntheitsberechtigung hatten.

Die Leistungen von Stresemann weis auch ich mehr zu würdigen als die von Daniel Küblböck, auch wenn mir Politik nicht unbedingt das liebste Thema ist. Mit welcher Berechtigung bekommen B-Promis wie Ross Antony, Desire Nick und Costa Cordalis einen Sendeplatz neben den Nachichten des Tages? Natürlich gibt es auch Intellektuelle, welche den Politikdiskurs ausfallen lassen, weil bei Arte gerade Themenabend ist, aber diese Leute werden auch immer mehr in die Peripherie gedrängt. Vince Ebert stellte in einem seiner Programme die These auf: „Die Menge an Intelligenz auf dem Planeten bleibt gleich, aber die Weltbevölkerung wächst.“

Vielleicht liegt es auch nur daran, dass man damals erst wirklich etwas können musste, bevor man auf die Öffentlichkeit losgelassen wurde, ganz im Gegensatz zu heute, wo die Chefs der privaten Sender nur noch Quotenkracher ausstrahlen lassen.

Lesen wir heute solche Bücher wie Berlin Alexanderplatz, kritisieren wir, dass es in unserer Welt keine solchen Verbrecher mehr gibt wie Reinhold und die Pums-Kolonne und dass es nicht möglich ist, einen solchen Raub zu begehen. Aber was viel schlimmer ist merken wir nicht einmal mehr, denn die heutigen Verbrecher sitzen im Nadelstreifen-Anzug auf der Chefetage und rauben uns das wichtigste, was wir besitzen: Den Verstand.

Würde es nicht die Leute aus dem Bildungsministerium und den Vertrag mit den Verlagen geben, wären wir denen hilflos ausgeliefert und es gäbe keine Menschen, die sich nicht zwischen dem Arte-Themenabend und den aufgrund gefälschter Amazon-Bewertungen gekauften Büchern entscheiden müssten. Dabei sind gerade wir Deutschen auf intellektuelle Leute angewiesen, da wir sonst nichts weiter können außer dichten und denken.

Ich stehe im Bus und quetsche meine Jacke in die Hutablage über den Sitzen, als ich weiter vorn einen Schüler fragen höre:

„Und Herr Doktor Mattes, was haben sie heute gemacht?“

Ein leichtes Lächeln muss sich auf meinem Gesicht abgezeichnet haben, denn er antwortete:

„Ich war im Bertolt Brecht Museum und hab mir das angeschaut.“